SC Vlotho: Benjamin Külbel spielt in Zukunft in der A-Liga Minden – fünf Jahre Vlotho in guter Erinnerung 
Miami-Urlaub statt Trainingslager 

Vlotho (VZ). Er wird dem SC Vlotho ganz bestimmt fehlen. Benjamin Külbel hat dem Fußball-Bezirksligisten nach fünf Spielzeiten Adieu gesagt. Der Abwehrchef hinterlässt auch als Führungsfigur neben dem Platz eine Lücke.

Samstag, 14.06.2014, 04:06 Uhr aktualisiert: 15.06.2014, 17:22 Uhr
SC Vlotho: Benjamin Külbel spielt in Zukunft in der A-Liga Minden – fünf Jahre Vlotho in guter Erinnerung  : Miami-Urlaub statt Trainingslager 
Unangenehmer Gegenspieler: Im letzten Spiel für den SC Vlotho fährt Benjamin Külbel (rechts) Theesens Torjäger Thies Kambach in die Parade. Auf den Abwehrchef war stets Verlass. Foto: Klose

 Endlich Sommerpause. Benjamin Külbel freut sich auf die freie Zeit. Schließlich liegen recht arbeitsreiche Wochen hinter dem Spieler, in denen er nach dem Rücktritt von Trainer Andreas Baumann zusätzlich auch noch als Interimscoach gefragt war. In Zukunft hat der Bielefelder, der an einer Realschule in Steinhagen unterrichtet, weniger Stress. Külbel tritt fußballerisch kürzer, wenngleich er sein Karriereende verschoben hat. »Freunde aus meiner Jugendzeit bei Rot-Weiß Rehme haben mich überredet, zum FC Assyrian Bad Oeynhausen zu kommen«, erzählt Külbel, der in Zukunft »just for fun« in der Mindener Kreisliga A kickt. »Aber ich mache bestimmt nicht mehr jede Trainingseinheit mit.«

 Beim 3:3 gegen den VfL Theesen II hat Külbel vor einer Woche seine Abschiedsvorstellung für den SC Vlotho gegeben. Fünf Jahre auf dem Winterberg – auch im Amateurfußball heutzutage eine halbe Ewigkeit. Dass er so lange geblieben ist, habe sowohl mit den »professionellen Bedingungen« beim SCV als auch dem Mannschaftsgefüge zu tun gehabt. »Es war immer ein harter Kern da, der auch außerhalb des Platzes viel zusammen unternommen hat. Mit vielen Teamkollegen habe ich die kompletten fünf Jahre zusammengespielt. Das kommt auch nicht so häufig vor«, sagt Külbel.

 Nun steht auf dem Winterberg ein Umbruch bevor. Neben Külbel treten andere gestandene Kicker wie Andreas Harms, Dietrich Koch oder Maxi Reckendorf ab. Mit Andre Schröder hat ein weiterer Leitwolf den Bezirksligisten verlassen. Der künftige Coach Olaf Sieweke soll ein Team formen, das mittelfristig um den Aufstieg in die Landesliga mitspielen soll. In der abgelaufenen Saison reichte es nur zu Platz sieben. Nur? »Bei den Möglichkeiten, die wir hatten, haben wir doch fast das Maximum herausgeholt«, findet Külbel und verweist auf zurückhaltende Aussagen des Vorstandes zu Saisonbeginn: »Der Anspruch war ja nur, den Abstieg zu verhindern. Es war eine Übergangssaison«, denkt der Verteidiger, der sich die Höhen und Tiefen auch mit den Ausfällen von Andreas Wochmin und Andre Schröder erklärt. »Dazu kam das Trainerchaos und ab März stand mit Christian Franz ein weiterer Leistungsträger nicht mehr zur Verfügung.«

 Trotz der jüngsten Schwierigkeiten behält Külbel seine Vlothoer Zeit in guter Erinnerung. Den Weg auf den Winterberg fand er vor fünf Jahren vom SV Rödinghausen, der damals noch in der Kreisliga A spielte. »Wir haben den Aufstieg als Zweiter hinter Kirchlengern knapp verpasst. In Rödinghausen hat es mir aber gar nicht gefallen«, erinnert sich Külbel, der damals in Bad Oeynhausen wohnte und vom SCV-Vorsitzenden Markus Drawert nach Vlotho gelockt wurde. Bis dahin hatte Külbel bereits einige Stationen hinter sich: Nach seiner Jugendzeit bei RW Rehme spielte er für den TuS Volmerdingsen, den TSV Todenmann (Rinteln) und den VfL Klosterbauerschaft, mit dem Külbel in die Landesliga aufstieg.

 Beim SC Vlotho habe er von zwei Trainern besonders profitiert, wie Külbel betont. »Die Saison mit Sven Moning war richtig cool. Da waren wir vorne dabei, es ging immer um etwas. Und von Frank Warbende habe ich viel lernen können, die Zeit hat mich schon geprägt«, sagt der Verteidiger, der mit dem einstigen Lehrmeister immer noch in losem Kontakt steht. »Er ist auch auf meiner Hochzeit gewesen.«

 Viele Teamkollegen traf er am Freitagabend noch einmal auf der Geburtstagsfeier von Andre Schröder. Die Mannschaftsfahrt nach Mallorca in der nächsten Woche muss er dagegen auslassen. Die Schule ruft. Doch dafür hat Külbel für die Sommerferien an Stelle des Trainingslagers einen heißen Trip geplant: »Ich fliege mit meiner Frau und Freunden zwei Wochen nach Miami. Früher wäre das in der Vorbereitung nicht gegangen«, genießt Külbel nun den Luxus des Hobbykicker-Daseins. Vorerst dreht sich aber auch für ihn alles um die WM in Brasilien. An den Titel glaubt Külbel allerdings nicht: »Ich glaube, mit Jogi Löw wird Deutschland nie Weltmeister.«

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