Bonneberger Einspruch erfolgreich: Relegationsspiel gegen Holsen III als gewonnen gewertet 
Kammer überstimmt Vorstand 

Kreis Herford (WB/lak/VD/gn). Das Relegations-Theater im Fußball-Kreis Herford geht munter weiter. Am Montagabend hat die Kreisspruchkammer eine Entscheidung des Vorstands einkassiert und einem Einspruch des TuS Bonneberg stattgegeben.

Mittwoch, 25.06.2014, 04:03 Uhr aktualisiert: 25.06.2014, 18:40 Uhr
Bonneberger Einspruch erfolgreich: Relegationsspiel gegen Holsen III als gewonnen gewertet  : Kammer überstimmt Vorstand 
Holsens Spieler feiern nach dem vermeintlichen Klassenerhalt. TuS-Keeper Peter Berg (rechts) gratuliert fair dem überragenden Jan-Hendrik Vossenkämper – das Bezirksliga-Ass machte den Unterschied. Aber war er spielberechtigt? Foto: Grohmann

 Damit wird das erste Relegationsspiel um den Klasserhalt in der Kreisliga B vom 15. Juni gegen den VfL Holsen III (0:6) mit 2:0 für den TuS Bonneberg als gewonnen gewertet. Das bedeutet für die Bonneberger voerst den Klassenerhalt, nachdem sie am Sonntag auch das zweite Entscheidungsspiel gegen die SG Bustedt II 1:7 verloren hatten. Bustedt war damit aufgestiegen.

 Streitpunkt im ersten Relegationsspiel war wie berichtet die Spielberechtigung des Holsers Jan-Henrik Vossenkämper. Der Stürmer der ersten Mannschaft war bereits am 9. Juni von seinem neuen Verein FC Bad Oeynhausen abgemeldet worden. Deshalb zweifelte der TuS Bonneberg seine Spielberechtigung an.

 Der VfL Holsen kümmerte sich laut Auskunft des Kreisvorsitzenden Günter Temme zwei Tage vor dem Spiel gegen Bonneberg um die Angelegenheit bei der Passstelle in Duisburg, weil eine Korrektur im Internet (so genanntes E-Postfach) nicht vorgenommen werden könnte, sondern ein neuer Antrag auf Spielberechtigung schriftlich beantragt werden müsste. Dies wäre laut Passstelle auch nachträglich möglich gewesen.

 Der Kreisvorstand hatte einen Einspruch des TuS Bonneberg wie berichtet zunächst abgelehnt, weil er den Spieler Vossenkämper bis zum 30. Juni als spielberechtigt erachtete. Mit einem zweiten Einspruch wandte sich der TuS Bonneberg an die Kreispruchkammer, die am Montagabend das Gegenteil feststellte und obige Spielwertung vornahm. »Die Konsequenzen aus dem Urteil muss die spielleitende Stelle bestimmen«, sagte der Spruchkammer-Vorsitzende Joachim Fleer.

 Der Vorsitzende des Kreis-Fußballausschusses Marcel Ta wird aber so schnell nicht reagieren. »So lange sich der VfL Holsen nicht dazu geäußert hat, ob er gegen das Urteil Protest eingelegt oder nicht, werde ich nichts entscheiden. Sie haben zehn Tage dazu Zeit. Natürlich werde ich mir aber schon Gedanken darüber machen, was passieren könnte.«

 Bernd Degner, Trainer beim TuS Bonneberg, hatte am Montagabend von der Entscheidung der Kreisspruchkammer erfahren. So ganz traut er dem Braten allerdings noch nicht. »Ich denke, dass Holsen Einspruch einlegen wird. Dann geht das Ganze vor die Bezirksspruchkammer.«

 Für Degner steht fest, dass er mit seiner Mannschaft sportlich gesehen in die Kreisliga C abgestiegen ist. »Ob wir bei einer Entscheidung zu unseren Gunsten in der Kreisliga B bleiben wollen, weiß ich noch nicht. Wir wollten mit dem Protest auf die Probleme der kleinen Vereine aufmerksam machen«, sagt Degner. Zur Erinnerung: Die drei eingesetzten Bezirksliga-Spieler aus der ersten Mannschaft des VfL Holsen hatten bei der Bonneberger 0:6-Niederlage im Relegationsspiel den Unterschied ausgemacht. Eine personelle Verstärkung, die der TuS Bonneberg nicht so einfach aus dem Hut zaubern kann. Kleine Vereine leiden darunter, dass andere Teams aus höherklassigen Mannschaften Spieler einsetzen können. Chancengleichheit sieht anders aus. »Samstag setzen wir uns von der Mannschaft zusammen und sprechen darüber.«

 Holsens Trainer Boris Mester hatte schon direkt nach dem Schlusspfiff den Unmut der Bonneberger ob der Mogelpackung mit dem Einsatz der Bezirksliga-Spieler nachvollziehen können: »Ich kann verstehen, wenn die Bonneberger sauer sind.«

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