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Mo., 12.10.2015

Exteraner reist nach Platz 22 beim Ironman enttäuscht aus Hawaii ab Gelbe Karte wirft Maik Twelsiek zurück

Die Aufholjagd beginnt: Maik Twelsiek stellt beim Hawaii Ironman trotz einer Zeitstrafe die beste Radzeit auf und fährt bis in die Top Ten vor

Die Aufholjagd beginnt: Maik Twelsiek stellt beim Hawaii Ironman trotz einer Zeitstrafe die beste Radzeit auf und fährt bis in die Top Ten vor Foto: dpa

Von Alexander Grohmann

Kailua-Kona/Vlotho (WB). Der sechste könnte zugleich der letzte Start von Maik Twelsiek auf Hawaii gewesen sein. Nach Platz 22 am Samstag bei der Ironman-WM hat der ­Triathlon-Profi aus Exter zumindest vorerst die Nase voll von Big Island. »Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich wiederkomme. Ich leide hier schon ganz gut«, sagt der 34-Jährige nach der Hitzeschlacht.

Die VLOTHOER ZEITUNG erreichte den Sportler am Tag nach dem Kult-Rennen in Kailua-Kona. Twelsiek hatte eine kurze Nacht hinter sich. »Nach einem Ironman schläft man nie gut«, berichtet der Triathlet, der im Dreikampf aus Schwimmen (3,8 Kilometer), Radfahren (180km) und Laufen (41,95km) seinen Traum vom ersten Top-Ten-Ranking auf Hawaii erneut nicht realisieren kann. Platz elf aus dem Jahr 2014 bleibt somit das beste Resultat Twelsieks auf der Lava-Insel.

»Es war extrem heiß«

Der Ausdauerwettkampf verlangt den Teilnehmern in diesem Jahr alles ab. Auch Twelsiek leidet. »Es war extrem heiß, und das ist nicht so mein Ding. Ich mag es eher kühler«, sagt der Profi, der als 22. sein Ziel durch einen Leistungseinbruch beim Laufen verfehlt und sich Gedanken über die Zukunft macht: »Ich weiß nicht, ob es smart ist, wieder nach Hawaii zu kommen, nur um am Ende Zwölfter, 15. oder 22. zu werden.«

Erste schnelle Gruppe verpasst

Schon zu Beginn beim Schwimmen wird seine Renn-Taktik über den Haufen geworfen. »Ich habe die erste schnelle Gruppe verpasst«, erzählt der Wahl-Amerikaner, der im Pazifik mehr oder weniger auf sich allein gestellt ist und mit sieben Minuten auf den Führenden Jan Frodeno in die Wechselzone kommt. Ein erster Dämpfer.

Fragwürdiges Manöver bremst Twelsiek aus

Noch ehe die Aufholjagd in seiner Spezialdisziplin, dem Radfahren, richtig beginnen kann, wird Twelsiek erneut ausgebremst. Im Durcheinander nach der ersten Verpflegungsstelle schert ein Konkurrent direkt vor dem Mann aus Exter ein – ein fragwürdiges Manöver. »Ich habe ihn angepflaumt«, erzählt der Deutsche, der allerdings zu lange den Mindest-Abstand von zwölf Metern nicht einhält und wegen Windschattenfahrens die Gelbe Karte sieht. Die Folge: Rad-Riese Twelsiek muss in der Penalty-Box halten. »Ich musste mit beiden Schuhen aus den Pedalen steigen und den Kampfrichtern meinen Nachnahmen buchstabieren. Das alles hat mich bestimmt 50 Sekunden gekostet.«

»Meine Power-Werte waren niedrig«

Umso erstaunlicher ist es, dass Twelsiek in 4:25 Stunden noch die beste Radzeit im Feld aufstellt – eine famose Leistung. »Ich bin aber leider nicht in die große Gruppe der Top-Leute gekommen. Das war schade«, so der Sportler, der trotz allem bis in die Top Ten vorfährt und als Zehnter zum Laufen wechselt. Zu diesem Zeitpunkt ist er guter Dinge: »Meine Power-Werte waren niedrig. Ich habe mich super gefühlt und war nach dem Radfahren noch nie so frisch.«

Hitze setzt Sportler extrem zu

Doch das Gefühl trügt. Die unbarmherzige Hitze setzt Twelsiek beim Laufen schon auf den ersten Kilometern enorm zu. Der Marathon wird zum Überlebenskampf. »Auf dem Rad kühlt dich der Gegenwind runter«, beschreibt der Sportler ein Phänomen, das auf der schattenlosen Laufstrecke ausbleibt. Selbst Hawaii-Heroes wie Ex-Champion Frederik van Lierde und der Vorjahres-Zweite Ben Hoffman gehen gnadenlos ein. »Es war einfach unglaublich heiß«, sagt Twelsiek, der sich als 22. immerhin tapfer über die Runden rettet. Im Ziel freut sich Twelsiek besonders mit Andreas Raelert. Der 39-jährige Deutsche sorgt mit Platz zwei für die Überraschung des Tages. »Er hat tierisch einen rausgehauen«, sagt »Maiki«, der auch Jan Frodeno zum Sieg gratuliert.

Familienbesuch auf Hawaii

Am Tag nach dem Rennen steht für Twelsiek dann noch Familienprogramm mit Ehefrau Hillary auf dem Programm. »Ihre Schwester lebt auf Hawaii.« Gestern geht es für das Paar zurück in die USA. Ob er in Zukunft als Teilnehmer nochmal auf Big Island vorbeischaut, lässt der Triathlet vorerst offen. Hawaii und Twelsiek – die einstige Liebesbeziehung hat gelitten.

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