Mo., 25.06.2018

Exteraner erleben 2:1 gegen Schweden auf der Tribüne – tolle Atmosphäre in Sotschi »Wir sind völlig ausgerastet«

Tobias Bültemeier (von links), Daniel Günther und Dirk Göhner stehen vor dem Eingang zur Fanzone in Sotschi. Die Exteraner sahen den 2:1-Sieg gegen Schweden im Stadion.

Tobias Bültemeier (von links), Daniel Günther und Dirk Göhner stehen vor dem Eingang zur Fanzone in Sotschi. Die Exteraner sahen den 2:1-Sieg gegen Schweden im Stadion.

Von Alexander Grohmann

Sotschi/Vlotho (WB). Nach dem Tor von Toni Kroos gibt es kein Halten mehr: Tobi Bültemeier, Dirk Göhner und Daniel Günther liegen sich auf der Tribüne des Fischt-Stadions freudetrunken in den Armen. Die Exter-Clique ist am Samstag beim 2:1-Sieg der DFB-Elf in Sotschi gegen Schweden live dabei. »Der Moment, als das Tor fällt, wird für alle unvergessen bleiben«, sagt Bültemeier, der mit seinen Freunden eine emotionale WM-Woche erlebt.

Bereits am vergangenen Mittwoch machen sich die Freunde auf den Weg nach Russland. Der Trip hält eine Überraschung bereit: In Istanbul verpassen die WM-Touristen unverschuldet den Anschlussflug und stranden für 24 Stunden in der türkischen Hauptstadt. Die Fluggesellschaft quartiert die Clique immerhin kostenlos in einem Fünf-Sterne-Hotel ein. »Es war am Ende eindeutig ein gewonnener Tag. Mit zehn anderen deutschen Fans haben wir Istanbul besichtigt«, berichtet Bültemeier.

Anschlussflug verpasst: Exter-Clique strandet für 24 Stunden in Istanbul

Von weiteren Zwischenfällen bleiben die Fußballfans auf ihrer Reise verschont. Interessant: In Sotschi ist die Exter-Clique direkt neben dem polnischen Teamhotel untergebracht. Es wimmelt von WM-Touristen aus aller Welt. Viele Südamerikaner sind zu sehen, schwedische Anhänger sorgen für gelb-blaue Farbtupfer. »Alle sind friedlich, alle sind freundlich und immer positiv auf Deutschland zu sprechen. Das hat mich echt überrascht«, beschreibt Bültemeier die einladende Atmosphäre.

Die Russen erweisen sich zudem als extrem gastfreundlich und interessiert, immer wieder werden Erinnerungsfotos geschossen. Weil das Hotel in Sotschi nur fünf Minuten von der Fanzone entfernt ist, sind die Exteraner gleich mittendrin im WM-Trubel. Am Samstagabend macht sich die Gruppe auf den Weg zum Fischt-Stadion, wo die DFB-Elf gegen Schweden unter immensem Druck steht. Ein Sieg muss her, um aus eigener Kraft die K.o.-Runde erreichen zu können. Bültemeier, Günther und Göhner sind auf der Tribüne mit dabei.

Vor dem Stadion den Vater von Marcus Berg getroffen

Schon vor dem Anpfiff erleben sie eine Überraschung, als ihnen am Stadion der Vater von Marcus Berg, dem schwedischen Stürmer, über den Weg läuft. »Wir wollten es erst nicht glauben, aber er hat uns seinen Ausweis gezeigt«, sagt Bültemeier. Klar: Berg senior ist in schwedische Farben gehüllt, will seinen Sohn natürlich siegen sehen. Dennoch: Für einen Schnappschuss mit dem »Gegner« aus Deutschland stellt er sich liebend gerne zur Verfügung.

Auch die fröhlichen Ostwestfalen sind gefragt, stehen sowohl dem schwedischen Fernsehen als auch einem TV-Sender aus Bangladesh Rede und Antwort. Auf der Tribüne verschlägt es ihnen wenig später dann die Sprache. Das 0:1 der Schweden schockt auch die Exter-Clique, die erst nach dem Ausgleich durch Marco Reus wieder Hoffnung schöpft. Als Kroos in der 95. Minute den Siegtreffer erzielt, gibt es kein Halten mehr.

Bültemeier überlässt sein Deutschland-Trikot einem schwedischen Fan

»Unglaublich, wie wir ausgerastet sind«, erzählt Bültemeier, der früher für den FC Exter kickte, mit heiserer Stimmen. »Bei diesem Spiel dabei gewesen zu sein, ist unbezahlbar«, findet der Fußball-Fan, der sein geliebtes Deutschland-Trikot von 2006 nach dem Abpfiff dennoch einem schwedischen Fan überlässt. »Der Typ war einfach mega-freundlich«, kann ­»Toto« nicht Nein sagen und tauscht den Dress gegen eine gelb-blaue Adidas-Jacke ein. So geht Völkerverständigung!

Das WM-Abenteuer der Exteraner ist noch lange nicht vorbei. Am Montag ging es mit dem Zug weiter nach Krasnodar, am Dienstag fliegt die Truppe nach Moskau. »Dort wollen wir das dritte deutsche Spiel auf der Fanmeile gucken«, sagt »Toto«. Zudem bemüht sich die Clique um Karten für Brasilien - Serbien. Unvergesslich ist der Trip aber jetzt schon.

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