Di., 11.12.2018

Anlieger wehren sich gegen Bebauungsplan für das Auguste-Viktoria-Gelände »Zu nah, zu laut, zu dreckig«

Direkt an die Grundstücke der Anwohner der Von-Stein-Straße (linke Seite) soll das neue Baugebiet für etwa 50 Häuser grenzen, das der Bebauungsplan 64a auf den Weg bringt. Dies ärgert die Anlieger, die sich dadurch bedrängt fühlen.

Direkt an die Grundstücke der Anwohner der Von-Stein-Straße (linke Seite) soll das neue Baugebiet für etwa 50 Häuser grenzen, das der Bebauungsplan 64a auf den Weg bringt. Dies ärgert die Anlieger, die sich dadurch bedrängt fühlen.

Von Sonja Möller

Bad Lippspringe (WB). Die Anlieger der Vom-Stein-Straße sind richtig sauer: Wird der Bebauungsplan 64 a für das Gelände der Auguste-Viktoria-Klinik wie geplant aufgestellt, blicken sie demnächst statt auf einen Park auf Ein- und Mehrfamilienhäuser.

Die Stadt möchte sich weiter vergrößern. Derzeit wird deshalb der Bebauungsplans 64a »Auguste-Viktoria-Stift« aufgestellt. Hier sollen etwa 50 Grundstücke parallel zur Vom-Stein-Straße bis zum Parkplatz Friedhof entstehen, auf denen Ein- und Mehrfamilienhäuser gebaut werden sollen. Das stößt nicht bei allen auf Begeisterung. Etliche Anlieger haben ihren Unmut im Rahmen der öffentlichen Auslegung schriftlich geäußert.

Vor allem ärgert sie, dass ihnen die neuen Häuser zu dicht auf die Pelle rücken. So empfindet es ein Anlieger als »bedrängend«, dass mehrere dicht zusammenstehende Häuser in nur drei Metern Abstand zu seiner Grundstücksgrenze geplant sind. »Durch die jetzige Bauplanung empfinden wir eine starke Beeinträchtigung unserer Wohnqualität«, heißt es in der Stellungnahme. Im Abwägungsvorschlag teilt das Ingenieurbüro der Verwaltung mit, dass der gesetzlich erforderliche Abstand zur Grundstücksgrenze eingehalten werde: »Ein Recht auf Nicht-Verschattung besteht grundsätzlich nicht«, heißt es dort.

Vier Eigentümer erhalten Möglichkeit, ihr Grundstück zu vergrößern

Vier Eigentümer sollen aber die Möglichkeit erhalten, ihr Grundstück zum neuen Baugebiet hin zu vergrößern. Dafür müssten sie einen Streifen Land zukaufen. Die mögliche neue Grundstücksgrenze bilde dann eine einheitliche Flucht zu den neuen Grundstücken. Offen ist aber noch, zu welchem Preis dies passieren soll.

Mehrere Anlieger sehen den Wert ihres Grundstücks durch die geplante Ausweisung von Bauflächen erheblich gemindert. Sie betonen, dass sie vor Jahren aufgrund der geografischen Lage einen hohen Preis für ihre Grundstücke gezahlt hätten: »Und zwar zu einem Zeitpunkt, als die Klinik noch in Betrieb war. Entscheidend für den damaligen Kauf war die hohe Wohnqualität mit der geringen Lärmbelastung, die aus der exponierten Lage zum Park und zum Friedhof resultiert.« Die geplante Bebauung bedeute eine drastische Wertminderung der bestehenden bebauten Grundstücke der Vom-Stein-Straße.

Dazu heißt es in der Abwägung, dass der Wert von Immobilien durch viele Faktoren bestimmt werde: »Eine drastische Wertminderung durch eine Bebauung von Nachbargrundstücken wird nicht gesehen.« Die Stadt Bad Lippspringe habe das acht Hektar große Areal mit der Auguste-Viktoria-Klinik 2010 erworben, auch um dort eine städtebauliche Entwicklung durchzuführen. Bei Anfragen beim Bauamt der Stadt wäre auf diese Entwicklungsmöglichkeit hingewiesen worden.

Anwohner befürchten lang anhaltenden Baulärm

Neben der optischen Bedrängung fürchten die Bewohner den lang anhaltenden Baulärm und eine damit einhergehende Verunreinigung der Luft durch Baustaub und Abgase der Baufahrzeuge. Sie sehen sich für »voraussichtlich lange Zeit einer kaum zu ertragenden Belästigung ausgesetzt«. Die Verwaltung teilt dazu mit: »Um die Lärmimmissionen möglichst gering zu halten, werden Nutzungen nur zugelassen, wenn sie die Immissionswerte des festgesetzten allgemeinen Wohngebiets einhalten und bauordnungsrechtlich erforderlichen Stellplätze nachweisen können.«

Auch die katholische Kirchengemeinde St. Martin sieht sich vom Bebauungsplan betroffen. Anwohner hätten darauf aufmerksam gemacht, das die Anzahl der Friedhofsparkplätze an der Vom-Stein-Straße reduziert würden. Die Kirchengemeinde betont, dass auf Parkplätze nicht verzichtet werden kann. Diese Bedenken weist das Ingenieurbüro zurück. Es sei richtig, dass die Parkplätze des Friedhofs geringfügig reduziert werden: »Gleichwohl entspricht die Anzahl inklusive der Friedhofsparkplätze außerhalb des Geltungsbereichs des Bebauungsplans 64a der Anzahl der bauordnungsrechtlich erforderlichen Parkplätze für einen Friedhof.«

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