Sa., 16.03.2019

Driburg Therme besteht 25 Jahre – 2021 schuldenfrei – 2,5 Millionen Investitionen »Wo der Mensch sich wohlfühlt«

Vor 25 Jahren ist die Driburg Therme eröffnet worden. Neben den zahlreichen Saunen und Schwimmmöglichkeiten im Inneren der Gebäude überzeugt das Bad auch mit den großzügigen Außenanlagen mit Saunagarten.

Vor 25 Jahren ist die Driburg Therme eröffnet worden. Neben den zahlreichen Saunen und Schwimmmöglichkeiten im Inneren der Gebäude überzeugt das Bad auch mit den großzügigen Außenanlagen mit Saunagarten. Foto: Driburg Therme

Von Jürgen Köster

Bad Driburg (WB). Seit 25 Jahren gilt unter den türkisfarbenen Dächern der Slogan »Wo der Mensch sich wohlfühlt«. Der Grund für dieses Wohlbefinden liegt mehr als 900 Meter tief unter der Erdoberfläche am Fuß des Rosenberges: Aus der Quelle sprudelt 32 Grad warmes Thermalwasser in einer Qualität, die im chemischen Sinn die Bezeichnung »Heilwasser« zulässt.

Im Mai 1987 teilte der damalige Stadtdirektor Alfons Schausten die frohe Kunde mit: »Die Bohrung war erfolgreich. Es gibt Thermalwasser.« Damit erfüllte sich die Hoffnung der Stadtväter, denn mit einem Thermalbad sollten viele Gäste in die Stadt gelockt werden.

Das Festprogramm

Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik erwartet das Team der Driburg Therme am Sonntag, 31. März, zur Feier des 25. Geburtstages. Um 11 Uhr beginnt das Festprogramm. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung durch den Steinheimer Shanty-Chor MC Harmonie. Gesungen wird am Außenbecken, so können die Gäste auch vom Wasser aus den maritimen Liedern folgen. Im Saunabereich hat des Team maritime Aufgüsse mit kreativen Namen vorbereitet:

»Strandspaziergang« mit Zitrone und Minze, frischer Pfefferminztee

»Küstennebel« mit Fenchel und Anis,

»Poseidon« mit Grapefruit (leckere Beigaben an der Saunatheke),

»Nordische Brise« – mit Menthol und Lakritz- Salzheringe zum Naschen,

»Sanddornpunsch« mit Blutorange,

»Amrumer Liebe« mit Rose und Lavendel,

»Poesie von Theodor Storm« (Beigaben an der Saunatheke).

Darüber hinaus gibt es eine Tombola mit attraktiven Preisen und Wertgutscheinen.

2,4 Millionen Mark ließ sich die Stadt die Bohrung kosten. Sieben Jahre später wurde die Driburg Therme eröffnet. Für 21 Millionen Mark war in zweieinhalbjähriger Bauzeit ein Bade- und Saunaparadies entstanden.

Vor allem der Saunabereich sollte sich in den folgenden Jahren wandeln und weiter entwickeln. »Die vielen verschiedenen Saunen und der Saunagarten sind sicherlich das Wichtigste für den Erfolg des Bades«, sagt Christiane Seemer (58), die seit Mai 2008 die Geschäftsführung des Bades übernommen hat.

Aus einem Umkreis von 60 bis 100 Kilometern kämen die Gäste nach Bad Driburg, um das vielfältige Angebot der Therme zu genießen. Im Durchschnitt seien es 110.000 Besucher im Jahr, die ihr Ticket an der Kasse lösen.

Herausforderung

Die Zeit sei allerdings auch am Bad nicht spurlos vorbeigegangen, stellt Seemer fest. Denn was für den Menschen ein Segen sei, bedeute für die Technik eine Herausforderung. »Das ist schon eine sehr spezielle Mischung, besonders dann, wenn Sauerstoff hinzukommt«, beschreibt der technische Leiter Sebastian Hoblitz das Wasser im Thermalbad. Vor allem die Technik sei starken Belastungen ausgesetzt.

Investitionen

In den kommenden fünf Jahren wird auch aus diesem Grund erheblich investiert. »Es sind 2,5 Millionen Euro an Investitionskosten eingeplant«, berichtet Christiane Seemer. Bereits in diesem Jahr würden die Filteranlagen für die Wasseraufbereitung erneuert. Auch in die Modernisierung der Sprechanlage im Bad und in die Telefonanlage würden etwa 50.000 Euro investiert. »Für Durchsagen – etwa auch bei Notfällen – muss die Anlage erweitert werden«, beschreibt Seemer eine Notwendigkeit. Im kommenden Jahr folgen dann energetische Maßnahmen sowie der Austausch der kompletten Lüftungsanlage. Auch Fenster und Außenputz müssen erneuert werden. Der Bedarf für einen weiteren Ruheraum zeichne sich schon lange ab. »Eine Dachterrasse mit einem Blick ins Grüne wäre schön, ist aber zum jetzigen Zeitpunkt wohl eher eine Vision«, räumt die Geschäftsführerin ein. Sie hat aber auch eine gute Nachricht: »Im Jahr 2021 ist die Driburg Therme schuldenfrei. Und dass nach 25 Jahren die Investitionen erforderlich sind, um das Bad zu erhalten, ist ganz normal.«

Familiäre Atmosphäre

Dessen Angebot komme bei den Gästen inzwischen sehr gut an. »Sie schätzen die familiäre Atmosphäre des Bades und die freundlichen Mitarbeiter«, gibt Seemer eine Erkenntnis aus diversen Kundenbefragungen preis. Vor allem die vielen unterschiedlichen Saunen mit Temperaturen zwischen 55 und 100 Grad kämen gut an, ebenso die großzügigen Außenflächen und die oft durch stimmungsvolle Beleuchtung in Szene gesetzten Schwimm- und Aufenthaltsbereiche. Auch viele Gruppen von außerhalb wissen die Driburg Therme zu schätzen. »Ob die Babyschwimmkurse mit der Hebamme Doris Meier, der Rehasport mit Marco Congia oder die Kurse der VBGS Willebadessen – das alles wird gut angenommen«, freut sich die Geschäftsführerin.

Ganz und gar nicht erfreulich gewesen ist für sie die Zeit nach der Leckage an der Thermalbohrung. Während der Reparaturarbeiten musste das Thermalwasser dabei sogar durch normales Wasser ersetzt werden. Im Juli 2017 stand nicht mehr genügend Thermalwasser zur Verfügung. Grund war ein Leck an einem Abdichtungselement 120 Tonnen schwer und weit in der Tiefe der Bohrung. Dieser so genannte Packer musste komplett erneuert werden.

Spannende Zeit

In dieser Zeit war die gesamte Steuerung für das Bad anzupassen, die auf Thermalwasser ausgelegt ist. Seit Oktober 2018 sprudelt dieses wieder. »Es war eine spannende Zeit«, fasst Seemer diese Situation zusammen, die das gesamte 40-köpfige Bäder-Team einiges an Nerven gekostet habe. Dankbar ist sie den Gästen, die dem Bad auch in dieser Zeit die Treue gehalten haben, als »nur« normales Wasser zur Verfügung stand. In allen sieben Becken der Therme werden die Gäste aber nun wieder von purem, wohlig warmem Thermalwasser umspült – »damit der Mensch sich wohlfühlt.«

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