Do., 25.04.2019

Waldbrandgefahr auch im Herforder Wald hoch – Grillverbot am Bismarckturm Sorge um den Stuckenberg

»Es lag noch nie so viel Astmaterial im Stuckenberg wie jetzt«, sagt Carsten Bölts und weist auf die Waldbrandgefahr hin.

»Es lag noch nie so viel Astmaterial im Stuckenberg wie jetzt«, sagt Carsten Bölts und weist auf die Waldbrandgefahr hin. Foto: Oliver Schwabe

Von Peter Schelberg

Herford (WB). Nach den sonnigen und trockenen Frühlingstagen ist der angekündigte Niederschlag im Kreis Herford bis zum Mittwoch ausgeblieben. Carsten Bölts, Förster für das Waldgebiet Stuckenberg, beobachtet die Lage mit Sorge: »Gerade jetzt im Frühjahr ist die Waldbrandgefahr sehr hoch«, betont er.

Fichtenbestand stark dezimiert

Das Orkantief Friederike, in der Folge ein massiver Borkenkäferbefall und die Dürre im vergangenen Sommer haben Herfords Stadtwald stark ausgelichtet und den Fichtenbestand massiv dezimiert. Bölts schätzt, dass seit dem Orkan Kyrill im Januar 2007 bis zu 80 Prozent der Fichten auf der Waldfläche im Stuckenberg verschwunden sind.

Viel Reisigmaterial auf dem trockenen Waldboden

Dennoch fände ein Feuer immer noch genügend Nahrung, um sich rasch auszubreiten. »Es lag noch nie so viel Astmaterial im Stuckenberg wie jetzt«, nennt Bölts eines der Probleme: »Große Mengen an Reisig bedecken den Waldboden, und der ist extrem trocken.« Da reicht eine achtlos weggeworfene glimmende Zigarette, um ein Feuer zu entfachen: »Ein Waldbrand entwickelt sich eigentlich immer über das Bodenfeuer«, erläutert der Förster.

Grillverbot auch am Bismarckturm

Sein besonderes Augenmerk gilt dem Areal am Bismarckturm, das auch gern mal für ein Picknick genutzt wird. »Grillen ist natürlich strikt untersagt«, stellt Carsten Bölts klar. Dennoch werde auch dieses Verbot gelegentlich missachtet: »Der Turm ist nun mal ein Anziehungspunkt – und manche fühlen sich quasi eingeladen, einen Grill aufzustellen. Wenn wir allerdings Leute erwischen, die dort zündeln, greifen wir sofort ein.« Auch durch solche Kontrollen versuchen die Forstamtsmitarbeiter, Schlimmeres zu verhindern.

Scherben können zum Brennglas werden

Eigentlich sind es Selbstverständlichkeiten, die im Stuckenberg zu beachten sind: Das Rauchen ist ebenso verboten wie offene Feuer im Wald und im Abstand von 100 Metern zum Wald. Flaschenreste und Scherben können durch den Brennglaseffekt einen Waldbrand auslösen. Autos sollten nur auf befestigten Flächen abgestellt werden: »Der heiße Auspuff oder der Katalysator können Gras in Brand setzen«, warnt der Landesbetrieb Wald und Holz.

Eine grobe Orientierung über die Lage bietet der Online-Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes. An der Messstelle Bad Salzuflen lag der Wert gestern bei Warnstufe 3 (orange). Förster Bölts hofft deshalb auf Regen: »Im Frühjahr muss es nass sein – dann wächst auch der Wald.«

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