Kripo kann Brandhaus nicht betreten – Hydranten-Frage ungeklärt – Stadt Herford stellt Anzeige
Akute Einsturzgefahr

Herford (WB). Nach dem Großfeuer läuft die Aufarbeitung. Die zentrale Frage: Weshalb blieben die Hydranten an der Salzufler Straße trocken? Eine Antwort darauf konnten die Behörden am Montag noch nicht geben. Klar ist inzwischen: Das Brandhaus ist akut einsturzgefährdet und wie befürchtet nicht zu retten.

Dienstag, 29.10.2019, 05:06 Uhr aktualisiert: 29.10.2019, 06:56 Uhr
Kaum zu glauben: Während das rechte Haus nicht zu retten ist, ist das linke Gebäude unbeschadet geblieben. Beim Brand wurde niemand verletzt. Foto: Moritz Winde
Kaum zu glauben: Während das rechte Haus nicht zu retten ist, ist das linke Gebäude unbeschadet geblieben. Beim Brand wurde niemand verletzt. Foto: Moritz Winde

Trotz mehrfacher Nachfrage gab es weder von Seiten der Stadtwerke noch von der Verwaltung eine Stellungnahme zu den Geschehnissen. »Der Bürgermeister möchte erst einmal einen ausführlichen Bericht auf dem Tisch haben und erklärt bekommen, was am Samstagabend an der Salzufler Straße los war«, sagt Stadtsprecherin Susanne Körner. Die Frage bleibt damit unbeantwortet, wer die Verantwortung für den Wasserengpass trägt.

Weshalb dieser Hydrant an der Salzufler Straße trocken blieb, wird derzeit geklärt.

Weshalb dieser Hydrant an der Salzufler Straße trocken blieb, wird derzeit geklärt. Foto: Moritz Winde

Die beiden Hydranten in unmittelbarer Nähe zum verheerenden Wohnhausbrand waren nicht betriebsbereit. Merkwürdig daran: Alle Anwohner hatten Wasser, obwohl die Zufuhr eigentlich über dieselbe Leitung läuft, an der auch die Hydranten angeschlossen sind. Zunächst musste ein Pendelverkehr der Tanklöschfahrzeuge zum H2O eingerichtet werden. Später wurden hunderte Meter Schlauch zum nächsten funktionierenden Hydranten gelegt – und zwar in die Kastanienallee.

Kaum zu glauben: Dort drehte ein Unbekannter während des Löschangriffs den Hahn der Leitung zu. »Die Kameraden hatten plötzlich kein Wasser mehr. Bei einer solchen Aktion hört der Spaß auf. Das ist ähnlich wie im Straßenverkehr ein gefährlicher Eingriff in die Löscharbeiten und hätte Menschenleben kosten können«, sagt Herfords Feuerwehrchef Michael Stiegelmeier. Deshalb werde man nun Anzeige bei der Polizei erstatten.

Polizei geht nicht von einer Straftat aus

Stiegelmeier war selbst nicht in den Einsatz involviert, hatte am Montag jedoch alle Hände mit den Nachwehen zu tun. Er zeigte sich verwundert über die Probleme der Wasserversorgung. »Wenn Hydranten abgeklemmt sind, werden wir von den Stadtwerken in der Regel informiert. Ich hatte aber keine Meldung darüber«, sagte er.

Hat es bei der Kommunikation zwischen den Stadtwerken und der Feuerwehr gehakt? Damit die Zusammenarbeit reibungslos läuft, hatte die Wehrführung erst Anfang Oktober mit Verantwortlichen der Stadtwerke zusammengesessen.

Damit die Feuerwehr im Notfall nicht auf dem Trocken sitzt, werden die Zapfstellen regelmäßig kontrolliert: vorgeschrieben sei mindestens einmal in vier Jahren, sagt Stiegelmeier: »Wir überprüfen dann, ob die Deckel problemlos zu öffnen sind und wie hoch die Durchflussmenge ist.« In Herford gibt es etwa 2500 Hydranten.

Brandermittler der Kriminalpolizei wollten am Montag eigentlich nach Spuren suchen. Doch das ging nicht: »Das Haus ist akut einsturzgefährdet. Eine Brandschau vor Ort ist momentan nicht möglich«, sagte Polizeisprecher Uwe Maser.

Der Dachstuhl ist soweit heruntergebrannt, dass ein Betreten lebensgefährlich ist. Die Brandursache bleibt damit weiter unklar. Allerdings geht die Polizei nach Informationen dieser Zeitung nicht von einer Straftat aus. Vermutlich löste ein technischer Defekt in der Küche der 1. Etage das Großfeuer aus.

Immer wieder schlagen am Samstagabend Flammen aus den Fenstern der 1. Etage.

Immer wieder schlagen am Samstagabend Flammen aus den Fenstern der 1. Etage. Foto: Moritz Winde

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