Feierstunde zum 100-jährigen Bestehen des Friedhofs Falkendiek-Schwarzenmoor
Grabstellen waren schnell vergriffen

Herford (WB). »Ich bin die Auferstehung und das Leben«: Dieses Bibelwort ist in den Sockel des Kreuzes gemeißelt, das den Mittelpunkt des Friedhofes Falkendiek-Schwar­zenmoor markiert. Die Begräbnisstätte wird 100 Jahre alt.

Donnerstag, 21.11.2019, 09:09 Uhr
1919 wurde der Friedhof angelegt, am 14. Januar 1920 mit dem vierjährigen Walter Gössling aus Falkendiek der erste Verstorbene bestattet. Foto: Moritz Winde
1919 wurde der Friedhof angelegt, am 14. Januar 1920 mit dem vierjährigen Walter Gössling aus Falkendiek der erste Verstorbene bestattet. Foto: Moritz Winde

Das Jubiläum soll am Sonntag, 24. November, auf dem 1,5 Hektar großen Areal an der Mindener Straße gefeiert werden. Beginn ist um 16.30 Uhr am Eingang mit einer Andacht von Synodalassessor Holger Kasfeld, musikalisch gestaltet vom Posaunenchor.

Gegen 17 Uhr folgt ein Gang über den Friedhof mit einem Märchenerzähler und Musikbegleitung im Kerzenschein. Ausklang der Jubiläumsfeier ist gegen 18 Uhr bei Kaffee und Tee in der Trauerhalle des Bestattungshauses Stranghöner.

Neben dem Erika-Friedhof an der Vlothoer Straße und dem Marienfriedhof an der Marienstraße ist Falkendiek-Schwarzenmoor der dritte Friedhof in der Verwaltung der Marien-Kirchengemeinde Stift Berg. Gegründet wurde er 1919, nachdem die Gemeinde die Fläche von der Landwirtin Sundermeier erworben hatte.

Keine eigene Kapelle

»Es ist ein Außenfriedhof, der vor allem von den alten Bauernfamilien genutzt wird«, berichtet Friedhofsverwalterin Melanie Heaps. Die Bestattungszahlen sind nicht sehr hoch: »In diesem Jahr hatten wir bislang sechs.« Charakteristisch für den Friedhof sind viele, zum Teil auch sehr große Erbbegräbnisstätten, die laut Melanie Heaps »nach wie vor sehr liebevoll gepflegt und auch belegt werden«.

Während die Kirchengemeinde in der Stadt etwa ein Drittel Erd- und zwei Drittel Urnenbestattungen verzeichnet, halten sich »draußen« die Zahlen noch in etwa die Waage. Als Hauptgrund für die Gründung des Friedhofs Falkendiek-Schwarzenmoor vermutet Bestatter Heinrich Stranghöner (70), dass die Familien in der Umgebung den weiten Weg des Leichenzugs von ihren Höfen zum Marienfriedhof vermeiden wollten: »Bei der großen Entfernung von der Stadtgrenze zu Löhne bis in die Marienstraße waren die Trauernden zu Fuß und mit Pferd und Leichenwagen Stunden unterwegs.« Herausgefunden hat er auch: »Die Grabstellen vor 100 Jahren waren in kürzester Zeit vergriffen.«

Fanden früher die Trauerfeiern noch auf der Deele oder im Haus statt, werden heute der Erika-Friedhof oder die Trauerkapelle des Bestatters, die ehemalige Trinitatiskirche, dafür genutzt. Über eine eigene Kapelle verfügt der kleine Friedhof an der Mindener Straße nicht: Es gibt dort lediglich ein kleines Technikgebäude mit solarbetriebener Wasserstelle.

Nur zögernd gibt der Nebel an diesem Morgen den Blick auf die Gräber frei: Friedhofsverwalterin Melanie Heaps, Bestatter Heinrich Stranghöner und Mitarbeiterin Eleonora Mathioudakis (von links) laden zur Jubiläumsfeier auf den Friedhof ein.

Nur zögernd gibt der Nebel an diesem Morgen den Blick auf die Gräber frei: Friedhofsverwalterin Melanie Heaps, Bestatter Heinrich Stranghöner und Mitarbeiterin Eleonora Mathioudakis (von links) laden zur Jubiläumsfeier auf den Friedhof ein. Foto: Peter Schelberg

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