Sa., 28.06.2014

130 Millionen Euro teures Hochschulgebäude auf dem Campus Bielefeld eingeweiht Ein X für die Bildung

Das neue Gebäude X der Uni Bielefeld beinhaltet auf 28.000 Quadratmetern eine Mensa mit 1900 Plätzen, Bibliotheken, acht Hörsälen, und 21 Seminarräumen. Die Kosten von 130 Millionen Euro wurden eingehalten.

Das neue Gebäude X der Uni Bielefeld beinhaltet auf 28.000 Quadratmetern eine Mensa mit 1900 Plätzen, Bibliotheken, acht Hörsälen, und 21 Seminarräumen. Die Kosten von 130 Millionen Euro wurden eingehalten. Foto: Bernhard Pierel

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). Das »Symbol für den Campus« nannte Kanzler Hans-Jürgen Simm am Freitag bei der Einweihung das neue Gebäude X der Universität Bielefeld.

Dessen Fertigstellung ist die Voraussetzung für die Komplettsanierung des Uni-Hauptgebäudes, die am 15. November beginnen soll. Simm sprach von einer »finanziellen Punktlandung«. Die Kostengrenze von 130 Millionen Euro sei eingehalten worden. Als Herzstück bezeichnete er die neue Mensa, die in Zukunft sowohl die Universität als auch die Fachhochschule – sie ist noch im Bau – versorgen soll: Sie nimmt zwei Drittel der Erdgeschossfläche ein, bietet 1900 Sitzplätze und kann täglich bis zu 7500 Essen ausgeben – das erste Mal am 21. Juli. Zudem gibt es eine große Terrasse, von der sich der Kanzler »mediterranes Lebensgefühl« verspricht.

Kanzler Hans-Jürgen Simm, Dr. Reginbert Taube, Rolf Holler (beide BLB), Ministerin Svenja Schulze, Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen und Uni-Rektor Prof. Gerhard Sagerer durchschnitten das Band vor dem Gebäude X.

Das Gebäude X beherbergt zudem acht Hörsäle, 21 Seminarräume und Fachbibliotheken mit mehr als 600.000 Büchern. Umgezogen in den Neubau sind mehrere Fakultäten und Sonderforschungsbereiche. Angesichts der Bauverzögerung bei der benachbarten Fachhochschule – beide Gebäude werden vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB) errichtet – sprach Simm von einer Zusammenarbeit, die »wunderbar geklappt« habe. Dr. Reginbert Taube (BLB) pflichtete ihm bei: »Es galt immer das Motto: Kosten vor Zeit.«

Eine Milliarde Euro bis 2025

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze sagte über das Gebäude X (alle anderen Buchstaben sind als Bezeichnungen für Gebäudeteile der Uni bereits vergeben), es sei ein erster Schritt einer großen Investition auf dem Bielefelder Hochschul-Campus. Dort solle bis zum Jahr 2025 mehr als eine Milliarde Euro verbaut werden. Svenja Schulze sagte: »Investitionen in Beton sind immer auch Investitionen in die Köpfe.« Den ersten Spatenstich für das Gebäude machte die Ministerin 2011. Sie bewunderte die sogenannte zentrale Magistrale, die sich durch das gesamte, 200 Meter lange Gebäude erstreckt. Sie soll bewusst an die zentrale Halle des Universitäts-Hauptgebäudes erinnern. Eine Geothermieanlage mit 81 Erdwärmesonden sorgt für eine effiziente Versorgung des Neubaus, der zudem über 800 Stellplätze auf zwei Parkebenen verfügt.

Ehrendoktorwürde für Simm

Simm, der Freitag in den Ruhestand verabschiedet wurde und von der juristischen Fakultät die Ehrendoktorwürde erhielt, bedankte sich bei der Ministerin für die Investitionsbereitschaft des Landes in den »Wissenschaftsstandort Bielefeld«. Simm: »Bundesweit müssten in die Hochschulen 20 bis 30 Milliarden Euro investiert werden, Nordrhein-Westfalen hat insgesamt fünf Milliarden zur Verfügung gestellt.« Er erinnerte auch daran, dass die Universität selbst 6,1 Million Euro zum Gebäude X beigesteuert habe.

Im Zuge des Wissenschaftsfestivals »Geniale« lädt die Universität Bielefeld am 16. August zu einem Tag der offenen Tür ein. Dann können Besucher auch im Gebäude X auf Entdeckungsreise gehen.

Kommentare

Eine Katastrophe die neue Mensa. Dass am ersten Tag in Betrieb nicht alles glattläuft ist klar: Infobildschirme und Tablettrückgabe fallen aus und es bilden sich riesige Schlangen vor den Essensausgaben. Aber wieso hat man nicht aus den gegebenheiten der alten Mensa gelernt? Hier wie da stellen die Wartenden die Wege zu. Das Problem gab es schon am alten Standort, dort ging die Warteschlange oft quer durch die Unihalle und bremste dort den Verkehr aus. Platz für eine geordnete Schlangeführung wäre allemal da gewesen. Und: An der Universität werden optimale Warteschlangensysteme gelehrt, wieso werden diese nicht auch praktisch umgesetzt?
Oftmals begenen einem Studenten mit Handy am Ohr die ihre Kommilitonen anrufen und fragen wo diese sitzen. Zur Vereinfacherung wäre eine Reihennummerierung oder besser noch eine farbliche Trennung von Sitzreihen wünschenswert gewesen.
Uhren an den Wänden sind wie auch zuvor bereits Mangelware.
Immerhin: Die neue Auswahl ist ungewohnt und interessant. Diese wird sicherlich den Nerv der Zeit treffen.
#mensafailbi

1 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2562638?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F