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So., 17.08.2014

Unternehmen soll illegal Abfall auf dem Windel-Gelände in Senne gelagert haben Müll-Entsorger vor Gericht

Im Öko-Tech-Park, dem Gelände des früheren Textil-Unternehmens Windel in Senne, sind heute eine ganze Reihe von Firmen angesiedelt. Eine davon soll ohne Genehmigung eine große Menge wassergefährdenden Materials gelagert haben.

Im Öko-Tech-Park, dem Gelände des früheren Textil-Unternehmens Windel in Senne, sind heute eine ganze Reihe von Firmen angesiedelt. Eine davon soll ohne Genehmigung eine große Menge wassergefährdenden Materials gelagert haben. Foto: Thomas F. Starke

Von Peter Bollig

Bielefeld (WB). Auf dem früheren Windel-Gelände in Senne sind möglicherweise Abfälle in unerlaubter Menge und ohne die nötige Absicherung für das Grundwasser gelagert worden. Ein Abfall-Entsorger muss sich deshalb vor dem Bielefelder Amtsgericht verantworten.

In dem Strafverfahren wird dem Entsorger, der sich im Öko-Tech-Gewerbepark Windelsbleiche auf dem Gelände des früheren Textilunternehmens Windel angesiedelt hatte, vorgeworfen, einen Schrottplatz mit unerlaubten Abfällen betrieben zu haben. Wie Sonja Poppenborg, Sprecherin des Bielefelder Amtsgerichts, sagt, soll es sich um mehr als 100 Tonnen Abfälle handeln, die im Zeitraum zwischen April und November 2013 im Öko-Tech-Park gelagert worden waren. Ab einer Menge von 100 Tonnen sei aber eine Genehmigung für die Lagerung erforderlich. Außerdem seien Sicherheitsvorkehrungen nicht getroffen worden, die für die Art der Abfälle erforderlich gewesen wären. Ein Urteil ist noch nicht ergangen.

Ausgelöst hat das Verfahren das Umweltamt der Stadt Bielefeld, das als Umweltbehörde regelmäßig routinemäßig das Industriegelände kontrolliert. »Wenn es Missstände gibt, gehen wir ordnungsrechtlich dagegen vor«, erklärt Umweltamtsleiter Martin Wörmann. Bei einer solchen Untersuchung sei auch der Abfall des Entsorgungsunternehmens aufgefallen. Demnach seien Asbestplatten, Elektroschrott und Dachpappen gefunden worden – Material, das teilweise in zu großer Menge, teilweise in wassergefährdender Weise gelagert worden sei. Einiges davon hätte das Entsorgungs-Unternehmen »gar nicht annehmen dürfen«, sagt Wörmann.

Seine Behörde hatte daraufhin eine Ordnungsverfügung erlassen, die der Firma die Beseitigung der Abfälle abverlangte. Dem sei der Entsorger auch nachgekommen. Parallel dazu habe aber auch die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren in Gang gebracht. Im Rahmen dieses Verfahrens verhandelt derzeit das Amtsgericht.

Nun allerdings gibt es im Öko-Tech-Park scheinbar einen weiteren Fall illegaler Abfall-Lagerung. »Im Juli haben wir auf einem Nachbargelände Asbest gefunden«, sagt Martin Wörmann. Polizeisprecherin Sonja Rehmert bestätigt, dass die Kriminalpolizei ermittelt, will aber keine näheren Angaben machen: »Das Verfahren steht noch ganz am Anfang«.

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