Saftige Debatte um den Namen eines Studentenwohnheims
Orange statt Apfelsine

Bielefeld (WB). Apfelsine oder Orange? Das ist hier die Frage. Welche Frucht die Namensgeberin für ein Studentenwohnheim sein darf, daran entzündet sich eine saftige Debatte.

Donnerstag, 21.08.2014, 10:12 Uhr aktualisiert: 21.08.2014, 11:14 Uhr
Saftige Debatte um den Namen eines Studentenwohnheims : Orange statt Apfelsine
Gestalterin Petra Breuer hat die Südfrüchte an die Wand des Hauses an der Arndtstraße gemalt und »Apfelsinenkiste« dazu geschrieben. Foto: Bernhard Pierel

Als das Gebäude an der Arndt-/Ecke Mindener Straße vor genau zehn Jahren bezogen wurde, hatte es seinen Spitznamen schnell weg: »Apfelsinenkiste«. Es ist viereckig und die Fassaden sind, nun ja, apfelsinenfarben. Weil der Hausbesitzer, die Wohnungsgesellschaft BGW, jetzt im Kampf gegen Schmierereien Apfelsinen an eine Wand malen ließ und dazu den Namen »Apfelsinenkiste«, löste das bei den Hausbewohnern eine Protestwelle aus. Für sie nämlich ist die Apfelsinen- eine Orangenkiste.

BGW-Geschäftsführer Norbert Müller ist überrascht: »Das Haus war für uns immer die ›Apfelsinen-Kiste‹.« Nachdem Gestalterin Petra Breuer beauftragt worden sei, Apfelsinen an die Wand zu malen, die, so Müller, »mindestens schon zehnmal überstrichen werden musste, weil sie beschmiert worden war«, habe der Schriftzug dazu gehört. »Apfelsinenkiste« halt. Aber, so Müller, die BGW sei »lernwillig«. Bedeutet: Sie orientiert sich am Mieterwunsch. Der Schriftzug wird geändert: in »Orangenkiste«, kurz: O-Kiste.

Dafür gibt es allgemeine Zustimmung. Jörg Niehoff, Leiter des Edeka-Marktes in der, nun ja, Orangenkiste: »Schön, dass der Schriftzug geändert werden soll.« Jura-Student und Mieter Adrian Stock (22) sagt, er habe noch nie eine andere Bezeichnung als »Orangenkiste« gehört: »Und ich wohne seit drei Jahren hier. Selbst Freunden aus Osnabrück oder Paderborn ist der Name ein Begriff.« Die Studenten Philipp (21) und Maik (24) finden es gut, dass der Schriftzug geändert werden soll: »Die O-Kiste kennt man einfach.« Jenny (21) und Philipp (21) betonen: »Für uns ist es die Orangenkiste, und es wird sie immer bleiben.«

Ein Grund für den Namenszwist: Vermutlich leben einfach mehr Süd- als Norddeutsche in den 109 Appartements. Weil die Apfelsine nämlich vor allem nördlich des »Weißwurstäquators« Apfelsine heißt, südlich davon aber Orange. Für alle, die an sprachlichen Feinheiten interessiert sind: Im Niederdeutschen hieß die Frucht, die aus China stammt, »Apel de Sina«, eben Chinaapfel, in südlicheren Gefilden in Anlehnung an den Pomme d'Orange, den Apfel aus Orange (die Stadt war Zwischenstation bei der Einführung der Frucht) halt Orange.

Müller hat sich ob des Proteststurms dazu entschieden, den Namenszug korrigieren zu lassen: »Wir wollen zufriedene Hausbewohner.« Jörg Niehoff ist das nicht zu 100 Prozent: »Manch einer meint, das da an der Wand sind Pampelmusen, keine Orangen.«

Kommentare

Globetrotter  schrieb: 22.08.2014 09:09
Apfelsinenkiste
...wenn die Leute sonst keine Probleme haben! An Engstirnigkeit kaum zu überbieten!
1 Kommentare
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