Bielefelder Lukas Buske und Freundin Angela Fröschl starten gemeinsam im Team Alpecin
Junges Glück fährt über vier Pässe

Bielefeld (WB). Nicht mehr lange bis zu seinem bislang größten sportlichen Abenteuer: »Ich werde langsam nervös, spüre das Lampenfieber, habe ungeheuren Respekt«, gesteht Lukas Buske (26). Der Bielefelder Entwicklungsingenieur, durch das WESTFALEN-BLATT ins Alpecin-Rennradteam gekommen, startet am 31. August beim Ötztaler Radmarathon.

Freitag, 22.08.2014, 20:07 Uhr aktualisiert: 22.08.2014, 20:26 Uhr
Bielefelder Lukas Buske und Freundin Angela Fröschl starten gemeinsam im Team Alpecin : Junges Glück fährt über vier Pässe
Außergewöhnliche Trainingskulisse in Griechenland: Der Bielefelder im Team Alpecin, Lukas Buske, und seine neue Lebensgefährtin, Angela Fröschl.

 Das Jahr 2014, erzählt Lukas Buske, den sie im Team der zwölf Alpen-Starter liebevoll »Luki« nennen, hat für ihn jede Menge Veränderungen gebracht. Und ein neues privates Glück. Seine große Liebe heißt Angela Fröschl, ist Physiotherapeutin aus Krems – und selbst begeisterte Marathonfahrerin.

Weshalb der Rennrad-Neueinsteiger aus Bielefeld von der dunkelhaarigen Österreicherin nicht nur schwärmt, sondern auch mit großem Respekt spricht: »Sie ist deutlich stärker als ich.« Angela Fröschl, eine von drei Frauen im Alpecin-Jedermann-Team, peilt beim Ötztaler die 9:30 Stunden als Endzeit an. Buske: »Ich bin froh, wenn ich überhaupt unter elf Stunden bleibe.« Mit der gemeinsamen Tour über vier Pässe wird es nichts werden. Buske: »Ich muss da früh abreißen lassen.« Beim Segelurlaub in Griechenland hatte das »junge Glück« noch Seite an Seite bei jedem Landgang trainiert.

Von Jörg Ludewig ausgewählt

Als einer von mehr als 80 Bewerbern war Lukas Buske nach dem Aufruf in dieser Zeitung im Frühjahr als Bielefelder für das heimische Radsportteam unter Regie von Ex-Profi Jörg Ludewig ausgesucht und profimäßig ausgestattet worden. Alle Trainingsdaten wurden stets aufzeichnet und von Spezialisten im Radlabor analysiert. Buske hat gelernt, seine Kräfte einzusetzen, nicht zu überziehen, gut zu essen und viel zu trinken, kurz. alles, was man braucht, um 238 Kilometer zu packen. Die zahllosen Trainingskilometer, freut er sich, hätten für eine Kraftsteigerung um 23 Prozent gesorgt. Buske: »Ich trete jetzt 2,45 Watt pro Kilogramm Körpergewicht, am Anfang waren es nur zwei Watt gewesen.«

Spätestens seit seinem ersten Marathon überhaupt, Pfingsten in der Rhön, kennt der Bielefelder auch sein Handicap. Der Hüne mit mehr als 80 Kilogramm muss insbesondere an Steigungen wie den 18 Prozent am Kühtai-Pass ständig über seine Leistungschwelle gehen, um sein Körpergewicht den Berg hinauf zu wuchten. Zum Vergleich: Berg-Profis der Tour de France wiegen gut 60 Kilo. Buske: »Ich muss möglichst viel essen, um genug Energie zu behalten für alle Pässe.«

Training mit endlosen Steigungen

Nach dem Trainingslager im Frühjahr in Südtirol, seit dem Jörg Ludewig seinen heimischen Schützling persönlich trainiert und überwacht, hatte Buske just erst eine zweite und dritte Proberunde in den Alpen absolviert: Trainingstage am Arlberg mit endlosen Steigungen, den Brenner-Anstieg und den Kühtai, den Hammer beim Ötztaler, der am 31. August früh um 6.30 Uhr gestartet wird. Buskes Einschätzung zum Kühtai: »Ich bin froh, dass ich nicht abgestiegen bin.« Seinen Trainer Jörg Ludewig, davon ist Strahlemann Buske überzeugt, wird er nach dem Start in Sölden erst wieder im Ziel sehen, Stunden später. Ludewig hatte beim Ötztaler 2013 Gesamtplatz zwei belegt. Weil er 2014 schon einen Alpenmarathon gewonnen hat, möchte er auch in Sölden ganz oben stehen auf dem Treppchen.

Für Jörn Harguth, Organisator des Team-Sponsors Alpecin, sowie für den sportlichen Leiter Jörg Ludewig steht schon vor dem Ötztaler fest, dass sie mit Ingenieur Lukas Buske den richtigen Bielefelder Kandidaten für den Alpenritt ausgesucht haben. Buske: »Dafür, dass ich auf einem niedrigen Level gestartet bin mit dem Training, ist die Entwicklung sehr gut. Jetzt muss ich nur noch über die Pässe kommen.« Nächsten Sonntagabend ist er drüber. So wie mehr als 2400 Starter im vergangenen Jahr.

Kommentare

Norbert  schrieb: 23.08.2014 08:11
Ich habe einen Traum
Mit diesem Slogan wirbt der Ausrichter des Ötztaler Marathons. Diesen Traum hatte ich auch. Ich habe 2012 diese Herausforderung angenommen. Mit 62 Jahren. Allein und im Verein trainiert, mich richtig darauf vorbereitet. Der Küthei-Anstieg ist zwar schwer aber am Anfang der Strecke. Mein Problem lag am letzten Berg, dem Timmelsjoch. Nach über 180 Kilometern harter Arbeit fängt er erst an. Am Fuß des Berges steht: und... schon ausgeträumt? Hatte ich nicht. Trotz Muskelkrämpfen und mit letzter Kraft schaffte ich auch diesen Berg und habe damit meinen Traum erfüllt. Die Zeit war für mich nicht wichtig, Hauptsache ankommen. Ich bin immer noch sehr stolz, unter den Finishern zu sein. Was kann einem besseres passieren, einem Team, wie Alpecin angehörig zu sein. Eine Vereinskollegin war ebenfalls mal in dem Team und ich bekam mit,wie sie ihre guten Leistungen noch weiter steigern konnte und eine Super-Zeit beim Ötztaler hinlegte. Lukas, ich bin sicher, dass auch du dir deinen Traum erfüllst und eine gute Zeit hinlegst. Es kommt hauptsächlich auf die richtige Verteilung der "Körner" an. Aber das hat dir Jörg Ludewig wohl oft genug eingetrichtert. Was sagt meine Vereinskollegin immer: Mit dem Ötztaler-Diplom wirst du als Radsportler "geadelt". Viel Glück.
1 Kommentare
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2689452?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
0:2, 3:2, 3:4 – SCP verliert erneut
In der Klemme: Christopher Antwi-Adjei wird hier gleich von zwei Hamburgern bedrängt. Foto: Wilfried Hiegemann
Nachrichten-Ticker