Arminiafans und Polizei geraten im Bielefelder Bahnhof aneinander – zwei Festnahmen
Randale nach der Rostockreise

Bielefeld (WB). Bei der Rückkehr von mehr als 250 Arminia-Fans mit dem Zug aus Rostock ist es am späten Samstagabend im Bahnhof zu erheblichen Ausschreitungen gekommen. Drei Polizeibeamte und zwei Arminiafans wurden verletzt, zwei Fans, ein 19- und ein 20-jähriger Bielefelder, wurden nach Tritten gegen Polizeibeamte vorläufig festgenommen. Arminia hatte 2:4 in Rostock verloren.

Dienstag, 23.09.2014, 10:11 Uhr aktualisiert: 24.09.2014, 09:36 Uhr
Arminiafans und Polizei geraten im Bielefelder Bahnhof aneinander – zwei Festnahmen : Randale nach der Rostockreise

Am Anfang der Aktion, die nach Eintreffen des Regelzuges mit Arminiafans aus Hannover gegen 23.36 Uhr ihren Verlauf nahm, soll nach dem Bericht von Bundespolizei-Sprecher Rainer Kerstiens ein Anruf der Zugschaffnerin gewesen sein, die den Beamten in Bielefeld von Fußballfans berichtete, die im Zug geraucht und Fahrgäste belästigt hätten. Um die Personalien der Täter feststellen zu können, berichtet Kerstiens, seien die Fans geschlossen vom Bahnsteig direkt in den Gleistunnel geführt worden. Hier soll es nach Polizeiangaben zu Tritten gegen einen Diensthund gekommen sein. Der Hundeführer habe Pfefferspray eingesetzt. Laut Polizei hatten aber auch Bielefelder Fans Pfefferspray eingesetzt.

Bundespolizei fordert Verstärkung an

Das gesamte »Scharmützel«, so Kerstiens, habe 20 Minuten gedauert. Daran beteiligt waren auch Beamte der Bielefelder Polizei, die von der Bundespolizei zur Verstärkung angefordert worden war. Im Tunnel, heißt es, seien drei Hundeführer, acht Bielefelder Polizisten und vier Bundespolizisten von 200 Fans umringt gewesen. Es flogen Bierflaschen und Getränkedosen. Etwa 50 Fans hätten sich als Gruppe durch die Bahnhofshalle auf den Bahnhofsvorplatz bewegt, wo sie maskiert Metallmülleimer, Fahrräder und Fahrradketten gegen die Polizei geworfen hätten.

Aufklärungsbedarf hat das gewalttätige Ende der Rostockreise auch bei Arminias Fanprojekt. Ole Wolff warnt vor Vorveruteilungen. Man wolle die ganze Angelegenheit bis ins Detail aufklären und nach den Ursachen forschen. Mehrere Arminiafans schilderten die Ereignisse gegenüber dieser Zeitung aus ihrer Sicht. Allen ist unerklärlich, weshalb es nach ruhiger Fahrt im Hauptbahnhof zu solchen Szenen habe kommen können. Die laut Wolff 300 Fans waren von Rostock nach Hamburg und von dort im regulären ICE bis Hannover gefahren, dann in den Regionalexpress nach Bielefeld umgestiegen. Natürlich sei im Zug geraucht worden. Sachbeschädigungen habe es aber nicht gegeben, berichten die Fans.

Ermittlungen gegen zwei Fans

Dass später vor dem Hauptbahnhof Metallmülleimer und sogar ganz Fahrräder Richtung Polizei geschleudert wurden, bestätigten die Zeugen. Für sie nicht erkennbar sei aber ein möglicher Auslöser. Das könne, sagen sie, nicht nur eine Personalienfeststellung gewesen sein, die zu einer solchen Solidarisierungswelle geführt habe. Laut Rainer Kerstiens waren 27 Polizeibeamte im Einsatz. Gegen die zwei Fans wird jetzt wegen Landfriedensbruch und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung ermittelt.

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