Die CDU-Frauenunion fühlt sich bei der Vergabe kommunaler Mandate benachteiligt
Vorstand tritt komplett zurück

Bielefeld (WB). Der Vorstand der Frauenunion in der Bielefelder CDU ist einen Monat vor Ablauf der regulären Amtszeit geschlossen zurückgetreten.

Dienstag, 28.10.2014, 10:09 Uhr aktualisiert: 28.10.2014, 13:39 Uhr
Die CDU-Frauenunion fühlt sich bei der Vergabe kommunaler Mandate benachteiligt : Vorstand tritt komplett zurück

In einem dreiseitigen Schreiben beklagen die Frauen um die Vorsitzende Anne Meuer-Willuweit, im Kreisverband und in den kommunalpolitischen Gremien nicht ausreichend berücksichtigt worden zu sein.

Der Brief ist an die CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel, die Bundesvorsitzende der Frauenunion, Maria Böhmer, und die NRW-Landesvorsitzende Ingrid Fischbach gerichtet. CDU-Kreisvorsitzender Andreas Rüther erhielt das Schreiben lediglich in Kopie. »Frauen stellen zwar mehr als die Hälfte der Wählerschaft, aber in der CDU interessieren Frauen nicht – jedenfalls nicht in unserem Kreisverband«, heißt es in dem Brief.

Die Ausgrenzung beginne bereits auf kommunaler Ebene. »Männer werden gebeten mitzumachen, Frauen nicht.« Fest machen die Frauen ihre Kritik am Beispiel ihrer stellvertretenden Vorsitzenden Ursula Varnholt, die als Beisitzerin auch dem CDU-Kreisvorstand angehört. Sie habe seit ein paar Jahren Interesse an der Ratsarbeit bekundet und dem Ratsfraktionsvorsitzenden Ralf Nettelstroth immer wieder ihr Engagement gezeigt. Varnholt habe zwar nach harten Diskussionen zur Kommunalwahl am 25. Mai einen Ratswahlkreis erhalten, diesen aber nicht direkt gewonnen. Einen Listenplatz habe sie nur unter »ferner liefen« bekommen. Jetzt sei ihr von der Sekretärin der Fraktion mitgeteilt worden, dass sie lediglich als stellvertretende sachkundige Bürgerin eingesetzt werden solle. Für ein klärendes Gespräch mit Nettelstroth sollte ihr ein Termin genannt werden. »Bisher ist nichts geschehen.«

CDU-Chef Andreas Rüther ist enttäuscht, nicht eher über den Rücktritt in Kenntnis gesetzt worden zu sein. Der Rücktritt biete jetzt aber die Chance für einen Neuanfang in der 359 Mitglieder starken Frauenunion.

Gestern Abend wurde das Thema auch im CDU-Kreisvorstand diskutiert. Sprecher Vincenzo Copertino betonte, Ursula Varnholt habe als Mitglied des Kreisvorstandes sämtliche Entscheidungen zur Besetzung der Ratswahlkreise und der Reserveliste mitgetragen. Diese Entscheidungen seien einstimmig gefallen.

Auch bei der Aufstellung der Kandidatinnen und Kandidaten in einer CDU-Kreiswahlkonferenz im Frühjahr dieses Jahres habe es seitens der Frauenunion keine Kritik gegeben. Vor diesem Hintergrund überrasche der Rücktritt. Aktuell sind vier der 20 CDU-Ratsmitglieder Frauen

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