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Sa., 01.11.2014

»Odins« und »Rhythmus« beantragen Gemeinnützigkeit und kooperieren – Brackweder »Melodie« bleibt wie es ist  Zwei Becker-Kinos verselbständigen sich 

Frank Röllke (Mitte) wurde als Vorsitzender des Kinovereins bestätigt. Zu seinem Stellvertreter wählten die Mitglieder Reiner Rösch-Lamberts (rechts), zum Kassierer Mark-Hermann Wiesemann.

Frank Röllke (Mitte) wurde als Vorsitzender des Kinovereins bestätigt. Zu seinem Stellvertreter wählten die Mitglieder Reiner Rösch-Lamberts (rechts), zum Kassierer Mark-Hermann Wiesemann.

Schloß Holte-Stukenbrock/Bad Lippspringe/Brackwede (ms/mp). Der Brackweder Kinobetreiber Frank Becker hat sich im Frieden aus den Vorständen seiner Kino-Vereine in Schloß Holte-Stukenbrock (»Rhythmus«) und Bad Lippspringe (»Odins«) zurückgezogen. Beide Vereine streben die Gemeinnützigkeit an, um an Fördergelder für eine digitale Vorführtechnik zu gelangen.

Nur so können die von Becker einst gegründeten und mit analoger Vorführtechnik ausgestatteten Kinos weiter aktuelle Filme zeigen – das WESTFALEN-BLATT berichtete. Der Brackweder kann und will eventuell anstehende finanzielle Risiken jedoch nicht tragen. Er betreibt von nun an ausschließlich sein analoges »Melodie«-Filmtheater in Brackwede. »Hier bleibt alles beim alten«, sagt er. »Wir zeigen weiterhin die schönsten Klassiker aus dem Medienarchiv Bielefeld.« Den beiden Kino-Vereinen stünde er weiterhin freundschaftlich und beratend zur Seite.

Der Rhythmus-Kinoverein hat nun einen neuen Vorstand. Vorsitzender bleibt Frank Röllke. Zu seinem Stellvertreter wurde Reiner Rösch-Lamberts gewählt, der Beckers Nachfolge antritt. Als Kassierer löst Mark-Hermann Wiesemann jetzt Bianca Siedenhans ab.

Die Mitglieder haben außerdem eine Satzungsänderung beschlossen: Der Kinoverein versteht sich als kulturschaffender Verein, der nicht nur Filme zeigt, sondern auch allen anderen Einrichtungen in der Stadt zur Verfügung steht. So unterstützen die 40 Mitglieder die Bildungsarbeit in Kindergärten und Schulen, indem sie dort auf Wunsch Filme zeigen.

»Wir wollen stärker betonen, dass wir das kulturelle Leben der Stadt bereichern«, sagt Vorsitzender Frank Röllke. Beim Finanzamt habe er die Gemeinnützigkeit beantragt. Damit könnten steuerabzugsfähige Spendenbescheinigungen ausgestellt werden. Etwa 50000 Euro werden benötigt, um auf digitale Vorführtechnik umzurüsten. Zuletzt hatte der Vereins nur noch alte Filme gezeigt und seine schlecht besuchten Vorstellungen schließlich eingestellt. Allerdings stünden ehrenamtliche Filmvorführer bereit, sofort wieder loszulegen, wenn die digitale Technik zur Verfügung steht.

Mit »Odins Filmtheater« Bad Lippspringe sei eine Kooperation vereinbart, um sich die Kosten der Filmausleihe zu teilen. Das»Odins« steht vor denselben Herausforderungen. Mit digitaler Technik sei es möglich, dass beide Kinos aktuelle Filme präsentieren könnten. »Wir überlegen, Filme wöchentlich drei Mal zu zeigen, um das Projekt zu ermöglichen.«

Förderanträge an die Filmförderungsanstalt Berlin und an die Bezirksregierung Detmold seien unterwegs, sagt Röllke.

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