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Do., 05.02.2015

Weil Besetzung von U-3-Plätzen Vorrang hat, sollen Ältere gehen Kindern über drei Jahren droht Kita-Rauswurf

Foto: dpa

Von Bernd Bexte

Bielefeld (WB). Der massive Ausbau der Betreuung unter Dreijähriger in Kindertagesstätten gefährdet Plätze älterer Kinder. In einer Bielefelder Einrichtung droht Kindern jetzt sogar der Rauswurf.

Im evangelischen Louise-Scheppler-Kindergarten in Bielefeld-Brackwede sollen zum nächsten Kindergartenjahr 14 Kinder, die älter als drei Jahre sind, den kleineren Platz machen. Denn der Träger, der Verband der evangelischen Kirchengemeinden in Brackwede, gibt der Besetzung der 28 U-3-Plätze Vorrang.

Deren Einrichtung wurde vom Land gefördert. Werden sie nicht besetzt, muss der Träger Fördergelder zurückzahlen. Das soll vermieden werden. Allerdings wird bei voller U-3-Auslastung die Kapazität der Kita (70 Plätze) überschritten.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Donnerstagausgabe des WESTFALEN-BLATTS.

Kommentare

Ähnliches erleben wir auch in Köln

Wir von der Berufsvereinigung der Kindertagespflegepersonen sehen den massiven Ausbau der gemischten Gruppen für Kinder ab 3 Jahren mit großer Sorge und erleben auch, dass Kinder zunehmend ab dem zweiten Lebensjahr aus der Kindertagespflege abgezogen werden, damit die Plätze in den Einrichtungen mit zweijährigen aufgefüllt werden. Diese Enttwicklung ist sehr problematisch und grenzwertig, weil sie nur durch die massiven Fördermittel für den U3-Ausbau entstanden sind. Das Wohl der Kinder muss wieder in den Mittelpunkt gestellt werden und nicht die Bilanzen der Träger! Julius Schnieber, Regionalgruppe Rheinschiene der Berufsvereinigung der Kindertagespflegepersonen

Das liebe Geld ...

.... ist den Trägern wichtiger, als das Glück unserer Kinder !
Zuerst werden entgegen aller Prognosen, U3-Plätze in Einrichtungen ausgebaut um möglichst viele Fördergelder einzuheimsen und dann versucht man, die überflüssigen Ü3-Kinder los zu werden, um die Fehlabgaben nicht zahlen zu müssen !
Was für eine verrückte Welt, Tagesmütter geben auf, weil sie keine Kleinstkinder mehr vermittelt bekommen und Einrichtungen werfen Kinder hinaus.

Der Träger soll Farbe bekennen.

Der Träger sollte hier mal zu seiner Verantwortung und Misswirtschaft stehen. Der Stadt den Schwarzen Peter zu zuschieben ist nicht die feine Art. Wenn man Fördergelder einstreicht nur um diese dann zu bekommen und sich nicht mit den Konsequenzen auseinander setzt die diese Fördermittel mit sich bringen, ist fahrlässig und wird jetzt auf dem Rücken der Kinder und der Eltern ausgetragen. Das ist eine bodenlose Frechheit. Dabei immer mit der behauptung man sei ja gar nicht schuld an der Misere sondern die Stadt die "auf einmal" keine Ausnahmen mehr zulässt. Ausnahmen gab es genug. Meine Forderung an die Stadt und den Träger. Lasst die Kinder in ihrer vertrauten Umgebung und der Träger muss dafür zahlen. Das kann die einzige Lösung sein.

3 Kommentare

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