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Mo., 06.04.2015

Anwälte erheben schwere Vorwürfe gegen Justiz Middelhoff alle 15 Minuten geweckt

Foto: dpa

Von Bernhard Hertlein

Essen/Bielefeld (WB). Der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff soll zu Beginn seiner Haftzeit Mitte November bis Mitte Dezember vier Wochen lang Nacht für Nacht alle 15 Minuten geweckt worden sein. Als Folge dieses permanenten Schlafentzugs von insgesamt mehr als 672 Stunden sei er heute krank, erkärten Middelhoffs Rechtsanwälte am Wochenende gegenüber »Bild am Sonntag«.

Demzufolge leidet der 61-jährige Häftling heute an der Autoimmunkrankheit Chilblain Lupus.
Nach Angaben der Zeitung sprechen Middelhoffs Anwälte von Folter und Zuständen wie im US-Gefangenenlager Guantanamo. Allerdings wies einer der Anwälte, Winfried Holtermüller, diesen Vergleich zurück: »Das ist nicht unser Vokabular.« Sollte das Wort »Guantanamo« allerdings doch gefallen sein, distanziere er sich persönlich.

Mehrere Medien berichteten am Osterwochenende, dass der Leiter des Essener Gefängnisses, Alfred Doliwa, bereits zugegeben habe, dass Middelhoff in dieser Zeit in seiner Zelle alle 15 Minuten von einem Wärter kontrolliert worden sei. Als Begründung gibt er Selbstmordgefahr an: »Was wäre denn passiert, wenn sich Herr Middelhoff etwas angetan hätte?«, wird Doliwa zitiert.

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