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Do., 21.05.2015

Erster Zeuge nach Angriff auf Großfamilie Hasstat wirft viele Fragen auf

Symbolfoto

Symbolfoto Foto: dpa

Bielefeld (WB/hz). Bei dem mutmaßlichen Angriff von drei rechtsradikalen Skinheads auf eine zehnköpfige türkische Großfamilie in der Bielefelder Altstadt bleiben viele Fragen weiterhin unbeantwortet. Bislang hat sich ein Zeuge bei der Polizei gemeldet.

Warum die fremdenfeindliche Hassattacke von den eingesetzten Polizisten am Tattag 19. April nicht sofort als solche erkannt wurde und die Ermittler des Staatsschutzes erst einen Monat später am vergangenen Dienstag mit der Fahndung an die Öffentlichkeit gingen, darauf konnte Polizeisprecher Achim Ridder keine Antwort geben. Er bestätigte, dass nach dem mutmaßlichen Skinhead-Überfall mit drei Verletzten Polizisten direkt am Tatort Waldhof 15 ermittelten. Was den Beamten nach dem Angriff am 19. April gegen 1.50 Uhr in Höhe Mercure Hotel/Parkhaus Altstadt-Carré von den Opfern berichtet worden ist, das sollen nun interne Ermittlungen im Polizeipräsidium ergeben.

Mehmet Ali Ölmez, Vorsitzender des Bielefelder Integrationsrates, übte scharfe Kritik am Vorgehen der Polizei und forderte eine engere Kooperation zwischen Ermittlern und Integrationsrat ein. Es müsse endlich das wahre Ausmaß der fremdenfeindlichen, rassistischen
Straftaten bekannt werden. »Es handelt sich nicht um Bagatellfälle, sondern um Taten, die politisch motiviert sind und auf einer entsprechenden Gesinnung basieren«, betonte Ölmez. Wiebke Esdar vom Bündnis gegen Rechts sprach von einem »feigen, abscheulichen und menschenverachtenden Überfall«, der ein Anschlag auf das friedliche und demokratische Miteinander in Bielefeld sei.

»Die Ermittlungen laufen mit Hochdruck und in alle Richtungen. Wir hoffen, dass wir bald Ergebnisse haben«, sagte Polizeisprecher Ridder. Die Zahl der mit der Aufklärung dieses Falls befassten Polizisten beim Bielefelder Staatsschutz sei auf fünf Beamte erhöht worden. Ein Teil der aus Bad Lippspringe (Kreis Paderborn) und Umgebung stammenden Opfer der mutmaßlichen rassistischen Attacke solle in Kürze vernommen werden. Alle zehn Mitglieder der türkischen Großfamilie könnten aber nicht gehört werden, weil sich offenbar ein Teil der Betroffenen derzeit nicht in Deutschland aufhalte. Mit ersten konkreten Ermittlungsergebnissen sei voraussichtlich Anfang kommender Woche zu rechen, meinte Ridder.

Nach dem Fahndungsaufruf vom Dienstag habe sich bislang ein Zeuge gemeldet, berichtete der Polizeisprecher. Was dieser vom Angriff der drei Skinheads auf die sechs Frauen und vier Männer gesehen habe, werde die noch ausstehende Vernehmung ergeben. Weitere Hinweise an die Polizei unter Telefon 0521/545-0.

Kommentare

http://du-sollst-skinheads-nicht-mit-nazis-verwechseln.de

Meine Güte.

Skinheads sind keine Nazis. Das sollte eine Tageszeitung doch auch langsam verstanden haben.
Nazis sind Nazis. Skinheads sind Skinheads. Unpolitisch bis links orientiert.

http://du-sollst-skinheads-nicht-mit-nazis-verwechseln.de/

1 Kommentare

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