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Do., 12.11.2015

Die Verwaltung legt einen Bericht zur Entwicklung auf dem Innenstadt-Platz vor Drogen und Dreck auf dem Kesselbrink

Vom Vorzeigeprojekt auf dem Weg zum Problemkind: In einem Bericht    listet die Verwaltung auf, wo Verbesserungsbedarf auf dem Kesselbrink besteht. Vor allem die Bepflanzung bereitet Kummer. 2013 war die Sanierung des Platzes abgeschlossen worden.

Vom Vorzeigeprojekt auf dem Weg zum Problemkind: In einem Bericht listet die Verwaltung auf, wo Verbesserungsbedarf auf dem Kesselbrink besteht. Vor allem die Bepflanzung bereitet Kummer. 2013 war die Sanierung des Platzes abgeschlossen worden. Foto: Thomas F. Starke

Von Michael Schläger

Bielefeld (WB). Er ist ein echtes Renommierstück mitten in der Innenstadt: der neue Kesselbrink. Drogenhandel und Vandalismus haben den Platz allerdings in Verruf gebracht.

»Ich will mir die Erfolgsgeschichte des Kesselbrinks nicht kaputt machen lassen«, hatte Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) jüngst im Hauptausschuss des Rates gesagt und angekündigt, einen Runden Tisch einzuberufen, an dem die aktuellen Probleme erörtert werden sollen. Jetzt hat die Verwaltung auch einen Bericht zur Lage auf dem für mehr als zwölf Millionen Euro sanierten Platz vorgelegt.

Umschlagplatz für Drogen

Der Kesselbrink sei inzwischen zu einem Umschlagplatz für Drogen geworden, heißt es darin. »Nach Beobachtungen des Tiefgaragenbetreibers zieht sich dieses Problem über den gesamten Tag hinweg im Bereich des Springbrunnens.« Familien mit Kindern würden diesen Bereich wegen des für jeden sichtbaren Handels inzwischen meiden. Die Polizei habe »präventive und repressive Maßnahmen« verstärkt. Doch die Händler sind geblieben.

Seitdem das »Agora«, das Restaurant auf dem Kesselbrink geschlossen ist, hat die Zerstörungswut in der Toilettenanlage, die sich in dem Gebäude befindet, deutlich zugenommen. Es fehle die soziale Kontrolle, beklagt die Verwaltung.

Stauden und Gräser zerstört

Ein großes Problem stellen die Grünanlagen auf dem Kesselbrink dar. So wird das Hochbeet in der Nähe der Skateranlage gern »zum Chillen« genutzt. Die Folge: Stauden und Gräser sind zerstört. Ein Holzdeck soll hier nun Abhilfe schaffen. Die Rasenflächen halten dem hohen »Nutzungsdruck« nicht Stand. Das Erdreich wurde inzwischen gelockert, neuer Rollrasen gelegt. Weil die Beregnungsdüsen aus Kunststoff häufig einfach abgetreten worden waren, wurde die Anzahl der Sprühköpfe von 71 auf 13 reduziert. Die neuen Regendüsen sind aus Metall, ragen bei Betrieb nur noch fünf Zentimeter aus dem Boden, können nicht mehr so leicht abgetreten werden.

Konflikte bei der Skateranlage

Auch bei der Skateranlage, die von Aktiven aus ganz OWL besucht wird, verzeichnet die Verwaltung »Nutzungskonflikte«. Die Anlage werde von Kindern gern als Spielplatz genutzt. Anfänger sorgten durch Zusammenstöße für ein erhöhtes Unfallrisiko. Geplante Veranstaltungen auf der Anlage würden durch den Marktbetrieb an Samstagen behindert. Ein weiteres Problem: Passanten, die die Anlage bei laufendem Betrieb querten. Jetzt soll ein Zaun die Anlage schützen. SPD, CDU und Grüne in der Bezirksvertretung Mitte wollen prüfen lassen, ob auf dem Kesselbrink zusätzliche Spielflächen eingerichtet werden können.

Reinigung täglich notwendig

Der gesamte Kesselbrink muss täglich von weggeworfenen Gegenständen gereinigt werden. In der Nachtschicht der Straßenreinigung gibt es zusätzliche Sonderreinigungen. Um Zigarettenkippen, Sonnenblumenkern- und Nussschalen sowie kleinteilige Abfälle aus den Rasenflächen zu entfernen, müssen spezielle Sauggeräte eingesetzt werden.

Die aufgestellten Müllpresspapierkörbe (Big Belly) und die unterirdischen Müllbehälter hätten sich dagegen bewährt. Der Platz erfordere eine hohe Reinigungsintensität, doch sei die vergleichbar zu anderen stark frequentierten Flächen in der Stadt.

Kommentare

Das bringt der Realitätsverlust von Politikern.Die verstehen weiterhin so wenig vom öffentlichen Leben, dass sie nicht einmal die einfachsten Supermarktpreise kennen. Na und ? Was habí ch davon, wenn ich weiß was ein Supermarkt kostet?? wäre die schlafmützige Antwort von den großen Planern UNSERES täglichen Lebens.Wär vielleicht besser, sich als Planer mal öfter auf der Straße umzuschauen....und dann millionenteure Entscheidungen zu treffen.Die nächste Schlappe ist nach Meinung vieler Bielefelder warscheinlich ohnehin schon klar: Das neue Shoppingcenter in der Innenstadt.Das ist der Unterscheid zwischem einem Luftballon und der jetzigen Stadtplanung:Der Luftballon steigt leise und platzt laut...

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