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Mo., 03.08.2015

Bielefelder präsentieren Projekt bei Wettbewerb in Boston Studenten entwickeln K.O.-Tropfen-Test

Sie entwickeln Schnelltests, mit denen jeder prüfen kann, ob sich K.O.-Tropfen im eigenen Getränk befinden (von links): Marta Eva Jackowski, Uyen Linh Ho, Janina Lüders, Ursela Barteczko, Tobias Vornholt und Alexander Gräwe. Nicht zu sehen sind Anna Dreyer, Luzia Buchholz, Melissa Kracht und Gila Drews.

Sie entwickeln Schnelltests, mit denen jeder prüfen kann, ob sich K.O.-Tropfen im eigenen Getränk befinden (von links): Marta Eva Jackowski, Uyen Linh Ho, Janina Lüders, Ursela Barteczko, Tobias Vornholt und Alexander Gräwe. Nicht zu sehen sind Anna Dreyer, Luzia Buchholz, Melissa Kracht und Gila Drews. Foto: Uni Bielefeld

Bielefeld (WB). Kann ich selbst testen, ob K.O.-Tropfen in meinem Getränk sind? Zehn Studenten der Uni Bielefeld arbeiten daran, einen Teststreifen zu entwickeln, damit jeder schnell die Qualität seines Getränks oder auch des Trinkwassers untersuchen kann.

Mit diesem Projekt treten sie beim diesjährigen Igem-Wettbewerb in Boston (USA) an. Igem ist der bedeutendste studentische Wettbewerb der synthetischen Biologie. Vom 24. bis 28. September stellen die Bielefelder Studenten ihre Forschungsergebnisse vor und treten damit gegen Projekte anderer Unis weltweit an.

Verunreinigtes Trinkwasser kann nicht nur in Entwicklungsländern ein Problem sein. Ein Teststreifen, so einfach abzulesen wie ein Barcode, zum Beispiel durch eine Smartphone-App, könnte die Lösung des Pro­blems werden. »In Katastrophengebieten könnte das Testsystem nützlich werden. Hilfskräfte sollen einfach, schnell, sicher und kostengünstig überprüfen können, ob die Menschen durch das Trinkwasser vor Ort gefährdet sind«, so Igem-Team-Mitglied Luzia Buchholz.

Seit Januar arbeiten zehn Studenten um Professor Dr. Jörn Kalinowski an diesem Thema und erarbeiten im Labor Ansätze mithilfe verschiedener Technologien. Auf Basis von gut erforschten Bakterien will das Team eine Lösung herstellen, die auf Papier aufgebracht und eingefroren werden kann. Eine andere Technologie bietet ein System, das auf dem Zusammenspiel von Proteinen und DNA beruht und auf einem Teststreifen basiert. Wenn eine Wasserprobe auf das System aufgetragen wird, soll es in beiden Fällen ein Farbsignal anzeigen, je nachdem ob und welche Substanzen darin enthalten sind.

Der Test soll sowohl Schwermetalle nachweisen können als auch Chemikalien, die zum Beispiel in K.O.-Tropfen vorkommen. Das Besondere an dem Schwermetalltest ist, dass auf mehrere Schwermetalle gleichzeitig getestet werden soll. Der neue Teststreifen könnte außerdem dazu genutzt werden, eigene Getränke vor dem Verzehr auf sogenannte K.O.-Tropfen zu kontrollieren.

»Der kostenintensive Nachweis von Substanzen, die in K.O.-Tropfen enthalten sein können, erfolgt bisher nur im Verdachtsfall in speziell ausgerüsteten Laboren. Vor allem aber verhindert er die Einnahme nicht. Das könnte sich durch unseren Teststreifen ändern«, sagt Igem-Mitglied Janina Lüders.

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