Hannoveraner randalieren am Bahnhof und im Zug – Karlsruher werden vom Weihnachtsmarkt geführt
Fußballanhänger beschäftigen die Polizei

Bielefeld (WB/hz/dpa). Fußballfans von zwei Vereinen haben die Polizei vom frühen Samstagmorgen bis zum späten Samstagvormittag beschäftigt. In einem Fall musste sogar Polizisten aus den Nachbarbehörden zur Verstärkung in die Großstadt eilen.

Sonntag, 06.12.2015, 14:42 Uhr aktualisiert: 06.12.2015, 16:30 Uhr
Hannoveraner randalieren am Bahnhof und im Zug – Karlsruher werden vom Weihnachtsmarkt geführt : Fußballanhänger beschäftigen die Polizei
Blick in den von Hannover-Anhängern zerstörten Regionalexpress. Foto: Bundespolizeiinspektion Hannover

Zuerst randalierten in der Nacht zum Samstag etwa 100 Anhänger des Fußball-Erstligisten Hannover 96 nach der 1:3-Niederlage auf Schalke bei der Rückreise in der Bielefelder Innenstadt , berichtete die Polizei. Insgesamt 17 Verdächtige seien vorläufig festgenommen und zum Teil bis zum Samstagvormittag in Polizeizellen festgehalten worden. Gegen die Hooligans seien Strafanzeigen wegen Landfriedensbruchs ergangen.

Den Angaben zufolge eskalierte die Lage am frühen Morgen, als die Hannoveraner Anhänger bei der Rückreise aus Gelsenkirchen gegen 3 Uhr mit einem Zug den Bielefelder Hauptbahnhof erreichten und auf ihren Anschluss warten mussten. Es sei unter anderem in Richtung von Polizisten Pyrotechnik gezündet, ein Auto schwer beschädigt und ein Kiosk geplündert worden, hieß es von der Polizei. Wie ein Sprecher berichtete, hätte die Lage am frühen Samstag nur mit Hilfe von Unterstützungskräften aus benachbarten Polizeibehörden geklärt werden können.

Hannoveraner nehmen Zug auseinander

Auf der Rückfahrt nahmen rund 50 bis 70 Ultras der Niedersachsen den Zug zwischen Bielefeld und Hannover in der Nacht zum Samstag auseinander. Das teilte die Polizei Hannover am Sonntag mit. Die Höhe des Schadens liege voraussichtlich »im hohen fünfstelligen Bereich«.

»Hannover 96 muss sich langsam fragen lassen, ob das die Fans sind, auf deren Unterstützung sie weiter zählen wollen«, sagte ein Sprecher der Bundespolizei Hannover der Deutschen Presse-Agentur: »Das geht langsam nicht mehr weiter.« In der Vergangenheit waren 96-Anhänger mehrfach unangenehm aufgefallen. Schockierend war vor allem das Vorgehen der Randalierer: Laut Polizei übergaben sich die Chaoten im Zug, die Waggons wurden mit Urin und Kot beschmiert. »Die widerlichen Bilder ersparen wir lieber allen«, sagte der Sprecher.

Es wurden zudem Deckenverkleidungen eingetreten, Feuerlöscher entleert, Waggons massiv beschmiert und Zigaretten in den Sitzen ausgedrückt. Bereits in Minden war der Zug so demoliert, dass der
Triebfahrzeugführer die Weiterfahrt verweigerte. Da dort jedoch kaum Polizeikräfte vorhanden waren, gelang es 30 Chaoten, in die S-Bahn umzusteigen.

Sechs Personen stiegen dann in Wunstorf bei Hannover aus, der Rest wurde am Hauptbahnhof in Hannover in Gewahrsam genommen. Ermittelt wird nun wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung und
Landfriedensbruch.

KSC-Anhänger auf dem Weihnachtsmarkt

Am Samstagvormittag kam es dann beim Weihnachtsmarkt zu einem weiteren Aufsehen erregenden Polizeieinsatz in der Altstadt. Gegen 10 Uhr, drei Stunden vor Anpfiff der Partie Arminia Bielefeld gegen den Karlsruher SC (2:1) , stiegen etwa 40 Anhänger des baden-württembergischen Fußballclubs am Niederwall aus ihrem Bus und schlenderten über die Altstädter Kirchstraße in Richtung der am zweiten Adventswochenende dicht bevölkerten Niedernstraße.

Diese KSC-Fans sind Polizeiangaben zufolge als gewaltbereit beziehungsweise gewalttätig eingestuft. Um Randale beim Weihnachtsmarkt, vor allem mit den zu diesem Zeitpunkt anreisenden DSC-Fans, von Anfang an zu unterbinden, kesselte ein Zug der Einsatzhundertschaft die Karlsruher Gruppe ein. Ihr Busfahrer, bereits unterwegs zum Parkplatz an der Schloßhofstraße, wurde umgehend von der Polizei in die Innenstadt zurück beordert. Umrahmt von einer Polizeikette, kehrten die KSC-Anhänger weitgehend friedlich vom Weihnachtsmarkt zurück und stiegen am Niederwall wieder in den Bus ein und ließen sich gen Schüco-Arena chauffieren.

Auch nach dem 2:1-Sieg des DSC gegen Karlsruhe gab es offiziellen Angaben zufolge keine größeren Auseinandersetzungen.

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