»Shantallica« präsentiert die erste CD – Kurz-Konzert vor dem Arminia-Heimspiel am Montag
Wenn Shantymusik auf Heavy Metal trifft

Bielefeld (WB). Natürlich singen sie ohne Noten. Und gute Laune geht vor Partitur. Die Oetkerhalle haben die 38 gewaltigen Stimmen von Shantallica schon mehr als einmal zum Kochen gebracht. An diesem Samstag präsentiert Bielefelds buntester Shanty-Chor seine erste CD, und am Montag werden die Sänger gegen 20 Uhr vor dem Spiel Arminia Bielefeld gegen FC St. Pauli auf der Alm auftreten.

Samstag, 12.12.2015, 10:59 Uhr
»Unser Hafen ist die Alm«, sagen Rolf Henrichsmeyer (links) und Andreas Mamerow. Sie haben wie ihre 36 Mitstreiter Spaß an schmissiger Musik und unterhaltsamen Auftritten. Ihr Lohn: Bier für jeden. um die Kehlen anzufeuchten. Foto: Hans-Werner Büscher
»Unser Hafen ist die Alm«, sagen Rolf Henrichsmeyer (links) und Andreas Mamerow. Sie haben wie ihre 36 Mitstreiter Spaß an schmissiger Musik und unterhaltsamen Auftritten. Ihr Lohn: Bier für jeden. um die Kehlen anzufeuchten. Foto: Hans-Werner Büscher

Zu den fünf Titeln, die die Herren »im besten Alter« zwischen Ende 20 und Mitte 60 im November an einem launigen Abend im Café Europa eingespielt haben, gehört natürlich ein Arminia-Lied. »Für uns gibt es nur einen Club« erklingt zu einer alten irischen Weise und lässt sich wunderbar intonieren, auch wenn bei den Shantallicas Notenlinien kaum eine Rolle spielen.

Präsentiert wird die CD deshalb an diesem Samstag um 15.30 Uhr im »Strafraum« von Marcus Uhlig am Niederwall. »Arminia ist schließlich der Club unserer Herzen«, sagt Andreas Mamerow. Der Grafik-Unternehmer ist der »1WO« und Kassenwart. Chef der Truppe, die sich unregelmäßig zu feuchtfröhlichen Probeabenden in der Altdeutschen Bierstube Esser trifft, ist Rolf Henrichsmeyer, Unternehmer und Shantallica-Initiator.

Damals, 2009, wollte Henrichsmeyer Ehefrau Eva zum 40. Geburtstag ein besonderes Geschenk machen. Henrichsmeyer: »Etwas, das man sich nicht für Geld kaufen kann.« Weil seine Eva aus Hamburg stammt und ihm die Idee von einem St.Pauli-Hafenfest durch den Kopf spukte, kamen Shantys dabei heraus. Henrichsmeyer horchte in der Clique herum und hatte schnell 25 Kandidaten für einen ersten Übungsabend an der Hand: allesamt Fans guter Laune. Die Chemie muss passen, sagt der Käpt’n über Aufnahmerituale, bei denen niemand vorsingen muss. Lieber einen guten Witz bringen.

So singen also jetzt Bielefelder wie Bäcker Thomas Pollmeier, Arndt Heiderich (Mc-Donalds), Wolfgang Lohmeier (Immobilien), Eric Adelt (Werbung), Marcel Lossie (fast4ward) und Rechtsanwalt Karl Wendt von Anfang an mit. Schon kurze Zeit später bekam der Chor, der sich Shantallica taufte, also Shantys treffen auf Metallica, auch himmlischen Beistand. In Form von Armin Piepenbrink-Rademacher. Den Altstadt-Pfarrer habe man vom ersten Takt an so begeistert, schwärmt Mamerow, dass er zur Probe kam und dabei blieb.

Karl Wendts Vater, erinnert sich Mamerow, half mit 85 Jahren mit seinem Akkordeon anfangs kräftig mit, das Takthalten zu schaffen. Dem inzwischen verstorbenen Senior, sagt Henrichsmeyer, habe man diese erste CD deshalb auch gewidmet. Musikalischen Rückenwind haben die sangeslustigen Familienväter inzwischen von den Randale-Musikern um Jochen Vahle. Mit Band, findet Mamerow, klinge die Musik einfach besser.

Der erste Auftritt anlässlich des 40. Geburtstags war übrigens ein echter Kracher. Und Henrichsmeyer versprach im November 2009 seinen Kumpels: »Ich sorge dafür, dass es weiter geht.« Gesagt, getan. Inzwischen hat die Truppe ein Repertoire für eineinhalb Stunden und sang schon auf dem Leinewebermarkt. Seit dem NRW-Tag hat sie mit NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin ihr erstes Ehrenmitglied und mit Markus Eberhard einen Chorleiter, der für die individuellen Allüren von Shantallica Verständnis hat. Schließlich singt er auch in einer AC/DC-Coverband. Die kann auch laut und kräftig.

Mit Kommerz haben die singenden Manager und Führungskräfte übrigens nichts am Hut. Henrichsmeyer: »Es soll einfach Spass machen.« Honoriert werden Auftritte in Form von Getränken, verrät Mamerow augenzwinkernd: »Mancher Gastgeber staunt aber, wieviel Bier in 38 Kehlen hinein passt.« Die dann noch mit ihrem Gassenhauer drauflegen: »Es gibt kein Bier auf Hawaii.«. An diesem Samstag stehen die Jungs mit den schwarzen Schlümpfen ab 18.30 Uhr auf der Bühne von Radio Bielefeld. Mamerow: »Wir singen mindestens 90 Minuten. Auch bei schwerer See und Dauerregen.«

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