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So., 31.01.2016

250 demonstrieren in Bielefeld – Applaus für Rücktrittsforderung an Merkel Russlanddeutsche gegen unkontrollierte Zuwanderung

Demonstranten am Sonntagnachmittag auf dem Rathaussplatz.

Demonstranten am Sonntagnachmittag auf dem Rathaussplatz. Foto: Christian Althoff

Von Christian Althoff

Bielefeld (WB). Obwohl seit Freitag im Fall der 13-jährigen russlanddeutschen Lisa aus Berlin Klarheit zu herrschen scheint, haben am Sonntag in Bielefeld erneut etwa 250 Russlanddeutsche aus Ostwestfalen-Lippe demonstriert.

Eine Stunde standen sie vor dem Rathaus und hörten mehrere Reden. Schon in den vergangenen Wohen gab es Kundgebungen, nachdem das russische Fernsehen behauptet hatte, die deutschen Behörden verschwiegen Lisas Schicksal: Das Mädchen sei von drei Flüchtlingen 30 Stunden gefangengehalten und missbraucht worden.

Am Freitag erklärte die Staatsanwaltschaft Berlin, Lisa habe sich die Geschichte ausgedacht. Wegen schulischer Probleme habe sie sich nicht nach Hause getraut und bei einem 19-jährigen Bekannten Unterschlupf gefunden.

»Es geht gar nicht mehr nur um Lisas Fall«

»Es geht gar nicht mehr nur um Lisas Fall«, sagt Einzelhandelskaufmann Valentin Janke aus Paderborn, der die Demo organisiert hat. »Wir wenden uns gegen Gewalt, die in Deutschland Frauen und Kindern droht.« Er sei weder von Moskau gesteuert, noch sympathisiere er mit Rechten, sagt der Paderborner. »Es ist einfach so, dass sich im Moment Frauen in Deutschland nicht mehr sicher fühlen können. Das prangern wir an.«

Aus vielen Gründen unzufrieden

Es geht um die massenhaften Übergriffe auf Frauen durch Nordafrikaner in der Silvesternacht, aber die Plakate zeigen, dass die Menschen auch noch aus anderen Gründen unzufrieden sind. Rudolf Krenz aus Enger hat ein Anti-Nato-Plakat mitgebracht. »Wenn die nicht in Syrien Krieg führen würde, müssten die Menschen nicht zu uns fliehen«, sagt er.

Ein Paar hält ein Plakat mit dem Schriftzug »Lügenpresse« hoch, andere sind »Gemeinsam gegen Chaos«. Sie alle eint offenbar die Forderung, die Grenzen zu schließen, wie der Applaus auf einen entsprechenden Redebeitrag zeigt.

Auch Rudolf Krenz nickt. »Als wir 1988 Kasachstan verlassen wollten, haben wir Deutschland gefragt, ob wir kommen dürfen. Wie kann es sein, dass jetzt hunderttausende einfach so einreisen dürfen?« Alexander Justus stimmt ihm zu: »Wir wollen hier keine Parallelgesellschaften!«

Und Elena Löwen sagt: »Wir haben drei Töchter. Können wir die noch guten Gewissens tagsüber in die Stadt lassen? Wir haben Angst, dass die begrapscht werden!«

Markige Worte

In einigen Reden fallen markige Worte. Elvira Loker (76) aus Bielefeld, seit 1972 in Deutschland, spricht von »Bestien«, die Deutschland hereingelassen habe. »Raus mit ihnen, dass die Heide wackelt!«, ruft sie ins Mikrofon, und die Menge jubelt. Noch mehr Zustimmung bekommt die 76-Jährige, als sie über Kanzlerin Angela Merkel herzieht und fordert: »Die muss weg!«

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