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Do., 04.02.2016

Polizei: »Deliktaufkommen oberhalb bisheriger Erfahrung« Zwischenbericht zu Silvesternacht vorgestellt

Die Polizei zeigt Präsenz am Bielefelder Boulevard.

Die Polizei zeigt Präsenz am Bielefelder Boulevard. Foto: Pierel

Bielefeld (WB). Das Deliktsaufkommen in der Silvesternacht am Boulevard in Bielefeld hat laut Polizei »oberhalb der bisherigen Erfahrung von vorausgegangenen Silvesternächten« gelegen. Das teilte die Polizei in Bielefeld in einem vorläufigen Bericht zum Ermittlungsstand der eingerichteten Ermittlungsgruppe mit.

Erst nach Aufforderung durch die Medien wurden der Polizei Sachverhalte angezeigt, die als Sexualstraftaten bewertet wurden.

Die Ermittlungsgruppe bearbeitet insgesamt 20 Strafverfahren. Es handelt sich um fünf Sexualstraftaten, von denen sich vier als Beleidigung auf sexueller Grundlage und ein Sachverhalt als sexuelle Nötigung durch eine Gruppe darstellen. Weiterhin werden elf Verfahren wegen Diebstahlsdelikten bearbeitet, wobei in vier Verfahren wegen Taschendiebstahls und in sieben Verfahren wegen anderer Diebstahlsdelikte ermittelt wird. Daneben erstrecken sich die Ermittlungen noch auf drei Körperverletzungsdelikte und einen Hausfriedensbruch zum Nachteil einer Diskothek. Die Ermittlungen zu den Sexualdelikten sind noch nicht abgeschlossen. Bis jetzt konnten laut Polizei für keine der Taten Täter ermittelt oder wieder erkannt werden.

Als Konsequenz aus den Vorkommnissen in der Silvesternacht setzt die Polizei weiterhin auf verstärkte polizeiliche Präsenz auf dem Boulevard und in der Innenstadt.

Die neuesten Entwicklungen, insbesondere das Auftreten von so genannten Bürgerwehren, werden von der Polizei in Einsatzkonzepten berücksichtigt. Gegen Personen, die in dieser Form bereits tätig wurden, wurden zahlreiche Platzverweise ausgesprochen. Nachdem sie mehrfach in dieser Form in Erscheinung getreten sind, erhielten sechs Personen inzwischen ein vier wöchiges Aufenthaltsverbot für den Boulevard für die Nächte Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag. Bei vierzehn Personen wurden Gefährderansprachen durchgeführt.

Die Polizei will weiterhin, mit niedriger Einschreitschwelle, konsequent alle rechtlichen Maßnahmen ausschöpfen, die zur Gefahrenabwehr und Strafverfolgung in der Innenstadt, einschließlich des Boulevards, erforderlich sind.

An einem Runden Tisch mit Vertretern der Gastronomie, dem Eigentümer derImmobilien, der Stadt Bielefeld, der Bundespolizei und der Polizei Bielefeld, werden weitere Verbesserungen zur Erhöhung der Sicherheit am Boulevard erörtert. Die Voraussetzungen für eine Videoüberwachung im öffentlichen Bereich des Boulevards liegen, nach aktueller Bewertung, nicht vor. Weitere Möglichkeiten privater Videoüberwachungwerden durch die Gastronomiebetriebe geprüft.

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