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Mo., 08.02.2016

Bielefeld und Kreis Güterloh auf den Spitzenplätzen – Kreis Paderborn legt deutlich zu Steuerkraft ungleich verteilt

Das Bielefelder Finanzamt.

Das Bielefelder Finanzamt. Foto: Mike-Dennis Müller/Grafik: Reinhard Nolte

Von Andreas Kolesch

Bielefeld/Paderborn (WB). NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) kann mit den Ostwestfalen zufrieden sein. Acht Prozent mehr Steuereinnahmen als 2014 haben die 13 Finanzämter der Region im vergangenen Jahr an die Landeskasse überwiesen. Doch die Schere zwischen wirtschaftsstarken und strukturschwachen Gebieten öffnet sich immer weiter.

So liegt der Kreis Höxter nicht nur beim absoluten Steueraufkommen auf dem letzten Platz, sondern auch bei der Entwicklung der Steuerkraft. Um gerade einmal 1,6 Prozent legte dort das Pro-Kopf-Aufkommen zu.

Eine sechsmal stärkere Dynamik gab es im Kreis Paderborn, der mit einem Plus von 9,8 Prozent das stärkste Steuerwachstum in der Region aufweist. Unterdurchschnittlich schnitten auch die Kreise Herford und Lippe mit Wachstrumsraten von 6,4 und 5,8 Prozent ab.

Freude bei Kämmerern in Stadt Bielefeld und Kreis Gütersloh

Unangefochtene Spitzenreiter mit einem Pro-Kopf-Steueraufkommen von jeweils mehr als 6000 Euro sind aber weiterhin die Stadt Bielefeld und der Kreis Gütersloh. Hier wird auch das höchste Lohnsteueraufkommen je Einwohner erzielt. Das freut die dortigen Kämmerer, denn 15 Prozent der Einnahmen aus Lohn- und Einkommensteuer fließen jener Kommune zu, in der der Steuerzahler wohnt.

Mit einem Zuwachs von 800 Millionen auf 10,9 Milliarden Euro war die Steuerdynamik in OWL bereits das zweite Jahr in Folge überdurchschnittlich hoch. Im Jahr 2014 hatte das Wachstum bei 900 Millionen Euro gelegen.

Erhöhung der Grunderwerbsteuer macht sich bemerkbar

Auch in OWL hat sich die landesweite Erhöhung der Grunderwerbsteuer zu Beginn vergangenen Jahres bemerkbar gemacht. Der Steuersatz stieg um 30 Prozent von fünf auf 6,5 Prozent – in der Folge legten die Einnahmen in OWL um ein Viertel zu. Der Bund der Steuerzahler kritisiert die Erhöhung: Sie mache es den Menschen noch schwerer, Eigentum zu erwerben.

»Hinzu kommt, dass in Nordrhein-Westfalen hohe Abfall- und Abwassergebühren verlangt werden und dass die Hebesätze der Grundsteuer B hier geradezu explodieren. Das Wohnen wird in diesem Bundesland regelrecht zu einem Luxus. Die hohen Steuereinnahmen beweisen, dass die Bürger dem Staat ausreichend Geld zur Verfügung stellen – aber dieses Geld muss besser zwischen dem Land und den Kommunen verteilt werden«, fordert Heinz Wirz, NRW-Landesvorsitzender des Steuerzahlerbundes.

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