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Sa., 21.05.2016

30 Personen an Massenschlägerei beim Oldentruper Hof beteiligt Massenschlägerei nahe Flüchtlingsunterkunft: fünf Verletzte

Polizei und Feuerwehr waren an der Potsdamer Straße im Einsatz.

Polizei und Feuerwehr waren an der Potsdamer Straße im Einsatz. Foto: Peter Bollig

Von Peter Bollig

Bielefeld (WB). An der Potsdamer Straße in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft Oldentruper Hof hat es am frühen Samstagabend eine Schlägerei unter Flüchtlingen gegeben, bei der nach ersten Angaben fünf Menschen zum Teil schwer verletzt worden sind. Muslimische Tschetschenen sollen jesidische Iraker angegriffen haben. Insgesamt sollen 30 Menschen beteiligt gewesen sein. Am späten Abend versuchten dann noch etwa 100 jesidische Flüchtlinge, die Flüchtlingsunterkunft zu stürmen. Die Polizei beruhigte die Lage schließlich.

Dem Vernehmen nach sollen an der Auseinandersetzung nach 18 Uhr je etwa 15 muslimische Tschetschenen und irakische Jesiden beteiligt gewesen sein. Zwischen den Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft Oldentruper Hof soll es bereits in der vergangenen Woche eine Auseinandersetzung gegeben haben. Jetzt eskalierte der Streit auf offener Straße in Höhe des Unternehmens Dürkopp Adler – 300 Meter entfernt von der Flüchtlingsunterkunft.

Messer, Stöcke und Fäuste eingesetzt

Die Gruppen schlugen mit Stöcken und Fäusten aufeinander ein. Später wurde bekannt, dass auch Messer eingesetzt worden sind.

Eine 37-jährige Autofahrerin hatte die verletzten Menschen an der Potsdamer Straße gesehen und sofort die Polizei alarmiert. Zudem leistete sie Erste Hilfe.

Nach offiziellen Angaben der Polizei laufen noch die Ermittlungen, was die Täter angeht.

Die Verletzten wurden ärztlich versorgt. Sie wurden mit Schädel-Hirn-Trauma, Handfraktur, Schnittverletzungen und Gesichtsschädelfraktur in Bielefelder Krankenhäuser eingeliefert. Die fünf Verletzten sollen ausschließlich Jesiden sein.

Dolmetscher sollen Ursache klären

Die Feuerwehr war auch vor Ort, da zunächst ein »Massenanfall an Verletzten« gemeldet worden war. Zudem waren Dolmetscher bestellt worden, um die Ursache des Streits zu klären.

Die genauen Ursachen für diese Schlägerei stehen zurzeit noch nicht fest, die Ermittlungen der Kriminalpolizei und des Staatsschutzes dauern noch an. Es gibt erste Hinweise, dass es schon seit Tagen Schwierigkeiten zwischen jesidischen und tschetschenischen Familien gegeben haben soll. Im Laufe der Nacht wurden ein 24-jähriger und ein 42-jähriger Tschetschene festgenommen und in Gewahrsam genommen.

Nachdem sich die Lage im Laufe des Abends zunächst wieder beruhigt hatte und die Polizei nur noch mit wenigen Kräften vor Ort war, versammelten sich dann gegen 21.30 Uhr ungefähr 100 Jesiden, die gewaltsam in den »Oldentruper Hof« eindringen wollten, um wieder die Konfrontation mit den tschetschenischen Familien zu suchen.  Dies wurde mit polizeilichen Verstärkungskräften und dem Sicherheitsdienst der Flüchtlingsunterkunft verhindert.

Um eine räumliche Trennung zu erreichen, veranlasste die Bezirksregierung Detmold einen Umzug aller jesidischen und tschetschenischen Familien in jeweils andere Städte innerhalb Ostwestfalens. 

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