So., 05.06.2016

12.000 Schüler treten in der Seidensticker-Halle auf Die große Singwelle

Die Kinder waren mit viel Spaß bei der Sache.

Die Kinder waren mit viel Spaß bei der Sache. Foto: Christina Falke

Von Ann-Christin Lüke

Bielefeld (WB). »Singen macht Spaß, Singen steckt an«, tönt es aus tausenden Kinderkehlen. Und die Zuhörer in der Bielefelder Seidensticker-Halle glauben es den Jungen und Mädchen gerne, die sechs Wochen für ihren großen Auftritt geübt haben.

»Klasse! Wir singen« heißt das Schulprojekt, an dem insgesamt 107 Schulen aus ganz Ostwestfalen teilgenommen haben und das am Wochenende in einem großen Liederfest mündete. 12.000 Kinder aus allen Schulformen der Klassen eins bis sieben wirken an den sechs Auftritten mit und zeigen ihren Familien, was in den Wochen zuvor einstudiert hatten.

»Seid ihr bereit?«, ruft Moderator Jan Brögger den jungen Sängern zu. Die Antwort ist ein lautstarkes Ja ehe es mit dem Programm losgeht und sich die Musik wie eine »große Singwelle« in der Seidensticker-Halle ausbreitet. Neben bekannten Volksliedern wie »Alle Vögel sind schon da« und »Kein schöner Land« sind es vor allem die Spaßsongs, die dominieren. »Probier’s mal mit Gemütlichkeit« aus dem Disney-Klassiker Dschungelbuch oder »Meine Tante aus Marokko« reißen auch das Publikum mit. Eltern, Geschwister und Großeltern werden aufgefordert, mitzusingen und zu tanzen. Das klappt gut, wenngleich Mütter und Väter noch etwas zaghafter klingen als ihr erprobter Nachwuchs

Ein wichtiger Aspekt ist die Bewegung. Während des Singens darf auch getanzt und geklatscht werden. Mitmachen darf jeder. Das ist eine Grundmaxime des 2007 in Braunschweig gestarteten Projektes. Die Idee dazu hatte der Domkantor Gerd-Peter Müller. Unterstützt wird »Klasse! Wir singen« etwa von der Band Wise Guys und Rudolf Schenker von den Scorpions.

Lieder über Klimawandel oder Flüchtlinge

Spaß, musikalische Bildung und Bewegung sind nicht die einzigen tragenden Säulen. »Wir haben auch Lieder, die für die Herzensbildung gedacht sind«, erklärt Moderator Jan Brögger. Es geht zum Beispiel um den Klimawandel. Und so singen die Jungen und Mädchen »Nach dieser Erde«. Wie ein roter Faden zieht sich aber auch die aktuelle Flüchtlingssituation durch das Liederfest. Kein Wunder. Schließlich müssen gerade die Schulen einen Löwenanteil für die Integration leisten. Flüchtlingskinder werden in den Klassen unterrichtet. Das Thema findet sich im »Land der Blaukarierten« wieder. Denn nur im Buntgemischten Land sind Blaukarierte, Rotgefleckte, Grüngestreifte und Gelbgetupfte willkommen.

»Hier singen Menschen mit und ohne Behinderung, Arme und Reiche. Bei uns seid ihr alle wichtig«, sagt Jan Brögger. Singen mache nicht nur Spaß, »Singen ist Kraftfutter für das Gehirn«, bekräftigt er und wirbt für die Chorarbeit. »Wenn ihr weitermachen wollt, geht in einen Chor.«

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