>

Sa., 27.08.2016

Familie sucht nach Sergej Enns (34) und verteilt auf der griechischen Insel Flugblätter Bielefelder auf Rhodos vermisst

Sergej Enns ist seit Sonntag verschwunden.

Sergej Enns ist seit Sonntag verschwunden.

Von Stefan Biestmann

Bielefeld (WB). Eigentlich wollte er zum Ende des zehntägigen Familienurlaubs kurz vor dem Abflug aus Rhodos nur noch einmal kurz zum Strand gehen. Doch der Bielefelder Sergej Enns (34) kehrte nicht mehr ins Hotel zu seiner Familie zurück. Seit Sonntag wird er auf der griechischen Insel vermisst.

»Wir können das alles nicht begreifen«, sagt Natalie Eisenmann, Schwester des Vermissten. Sie glaubt daran, dass ihr Bruder Orientierungsprobleme habe, auch weil er unter einer Stoffwechselkrankheit leidet. »Er ist dringend auf Medikamente angewiesen.« Er habe kein Geld und keine Papiere bei sich, sondern nur sein Handy. »Aber da ist er nicht zu erreichen.« Nachdem Sergej Enns am Sonntagmorgen nicht mehr auftauchte, plante seine Ehefrau Inna (36) eine große Suchaktion. Sie flog zunächst mit der neunjährigen Tochter und dem zweijährigen Sohn nach Deutschland zurück. Dann habe sie bei der Polizei Bielefeld Vermisstenanzeige erstattet.

Familie kontaktierte griechische Zeitungen

Gemeinsam mit ihrer Detmolder Schwägerin Natalie Eisenmann und vier weiteren Verwandten und Freunden flog sie dann zurück nach Rhodos. »Wir haben die Behörden und das deutsche Konsulat kontaktiert und alle Krankenhäuser auf Rhodos abtelefoniert«, berichtet Natalie Eisenmann. Zudem kontaktierte die Familie griechische Zeitungen und Fernsehsender. »Je mehr das verbreitet wird, desto besser«, sagt die 32-Jährige. Die griechische Polizei sei dagegen bislang keine große Hilfe gewesen, kritisiert sie. Deshalb fuhr die Familie kreuz und quer über die Insel und verteilte überall Flugblätter. »Wir haben seit fünf Tagen nicht mehr richtig geschlafen. An jeder Sehenswürdigkeit müsste mittlerweile ein Flugblatt hängen«, sagt Natalie Eisenmann. Einige Hinweise erhielt die Familie bereits telefonisch. Ein Anrufer behauptete, Sergej Enns am Strand gesehen zu haben, ein anderer wollte ihn am Rathaus gesichtet haben. »Aber bislang gibt es noch keine wirklich heiße Spur«, sagt Natalie Eisenmann.

Kein Streit vor dem Verschwinden

Einen Streit in der Familie habe es vor dem Verschwinden nicht gegeben, sagte sie. Sergej Enns, der beim Unternehmen Phoenix Contact arbeitet und die deutsche sowie die russische Staatsbürgerschaft besitzt, sei ein Mensch mit einer positiven Ausstrahlung, sagt Natalie Eisenmann. Und sie will nicht aufgeben. »Wir bleiben so lange auf Rhodos, bis wir Sergej wiederfinden.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4261131?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198387%2F2513179%2F