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Do., 29.09.2016

Aktion nicht abgesprochen: Nach Mädchenhaus weist Kinderhospiz Bethel Geld zurück Keiner will die Spenden der Rocker

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Bielefeld  (WB). Nach dem Mädchenhaus Bielefeld haben auch die von Bodelschwingschen Stiftungen Bethel erklärt, dass sie eine Spende von der Rockergruppe »Brothers MC« nicht annehmen werden. Wie am Mittwoch berichtet, wollen die »Brothers MC« am Samstag, 8. Oktober, eine Benefizparty im Waldhotel Brand’s Busch an der Promenade veranstalten.

Der Erlös der Veranstaltung soll an das Mädchenhaus und das Kinderhospiz in Bethel gehen. Das lässt der Rockerclub über soziale Medien im Internet verbreiten. Die Spendenaktion der »Brothers MC« war mit den beiden Empfängern jedoch nicht abgesprochen. Das bestätigte nach dem Vorstand des Mädchenhauses nun gestern ebenfalls Bethel-Sprecher Jens Garlichs. Er empfinde es als »ungewöhnlich«, dass eine Spende über soziale Medien wie Facebook angekündigt würde.

»Normalerweise tritt ein Spender direkt an uns heran«, sagte Garlichs. »Natürlich ist das Kinderhospiz Bethel für seine Arbeit auf Spenden angewiesen. In diesem Fall wird aber auf eine Annahme verzichtet. Der gute Name des Kinderhospizes soll offenbar für andere Zwecke missbraucht werden.«

Großeinsatz für die Polizei

In einer Mitteilung des Mädchenhaus-Vorstandes zur Benefizparty der Rocker heißt es: »Die geplante Veranstaltung ist in keiner Weise mit dem Mädchenhaus abgestimmt und wird von uns missbilligt.« Eine »rechtsradikale, menschenverachtende« Gesinnung der Rockergruppierung sei mit den Zielen des Vereins Mädchenhaus nicht vereinbar. »Das Mädchenhaus Bielefeld ist auf Spenden angewiesen, wird aber in diesem Fall auf die Spende verzichten«, bekräftigt der Vorstand.

Unterdessen hat »Brothers MC«-Rocker Tim K. (42), ein vorbestrafter Ex-Polizist und Mitinitiator der Benefizparty, die Einladung inklusive Spendenaufruf für den 8. Oktober in sozialen Medien nochmals erneuert. Die Veranstaltung am übernächsten Samstag ab 19 Uhr im Waldhotel Brand’s Busch wird, wenn sie denn stattfinden sollte, einen Großeinsatz der Polizei auslösen. Einlader ist »Brothers MC« Germany (Deutschland). Entsprechend werden Rocker und ihre Unterstützer aus dem ganzen Bundesgebiet erwartet. Mitinitiator Tim K. kündigt bereits bis zu 1000 Gäste im Verlauf des Abends an.

Dr. Bernhard S. Reiter, Geschäftsführer des Waldhotel Brand’s Busch, geht von einer deutlich geringeren Zahl aus. Tim K. habe ihm 150 bis 300 Teilnehmer der Benefizparty angekündigt. Eine Zahl, die realistischer sein dürfte als die von Tim K. angegebene. Der Rockerclub »Brothers MC« ist im Gegensatz zu den weltweit eta­blierten Hells Angels eine relativ junge Gruppierung, die noch nicht in großen Massen mobilisieren kann. Zu einem Treffen der »Brothers MC« im Juni im lippischen Barn­trup kamen insgesamt etwa 200 Rocker.

Kommentare

Geld stinkt nicht

Warum wird die Spende nicht angenommen ?
Sind alle Rocker Verbrecher und Bösewichte ?
Nun wollen sie spenden für einen guten Zweck und das ist auch nicht recht.
Das soll mir mal einer erklären.
Gruß aus Buch am Ahorn
Richard Kuhn

keine Spende gewollt

Ich gebe nicht das die eine Spende ablehnen nur weil sie nicht informiert wurden. Streubt man sich von Rockern Gelder an zu nehmen. Wohl schon weil Rocker nicht in ihr verschobenes Weltbild passen. Das Geld wurde für die Kinder gesammelt. Dann gehört es nicht dem Haus sondern den Kindern.

Ich finde es gut das die beiden sozialen Träger einer Spende diesen obskuren Clubs widersprechen. Immer wieder stellt sich Tim K. mit seinem Pseudoclub in den Medien als etwas da, der es meiner Ansicht nach nicht ist.
Man sollte mal darüber nachdenken, ob diese ganzen Aktionen nicht eher eine Werbeaktion für ihn als Person und Buchautor sind, und er in Wirklichkeit seinen Bekanntheitsgrad steigern und somit den Buchverkauf fördern will.
Das dieser Club wirklich über so viele Mitglieder verfügt ist mehr als fraglich. Eine genaue Beobachtung der entsprechenden Seiten des Clubs auf Facebook, läßt zumindest immer wieder die selben Leute erscheinen. Das sieht alles eher so aus, als wenn die Chapter nur zum Schein bestehen oder zumindest nur mit einer sehr geringen Mitgliederzahl.
Es gibt viele Motorradclubs in Deutschland, die sich sozial engagieren. Nur die meisten machen es nicht öffentlich. Denn wer gibt tut dies vom Herzen und nicht um sich zu präsentieren.
Auch sollten die Leute in OWL einmal wissen was die anderen Clubs diese Region von dem Brothers MC halten.
Ich habe im August eine Stellungnahme bei Facebook entdeckt, die folgenden Wortlaut enthält:

Stellungnahme:
Der größte Teil der Lippischen und Ostwestfälischen Motorrad Clubs distanzieren sich auf schärfste von dem Brothers MC und deren Machenschaften sowie die dafür tätigen Unterstützer.
Diese Leute haben in unseren Reihen keinen Platz.

Also liebe Leser,
stehts unter das Stück Kuchen schauen bevor man es isst. Es könnte verbrannt sein.

Zum Gruß
Einer - der genauer hinschaut

3 Kommentare

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