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Fr., 28.10.2016

Sekundarschule Bethel soll noch einmal Kinder aufnehmen – Gymnasium will Kapazität ausweiten Politik fordert ein Jahr Verlängerung

Die Sekundarschule Bethel.

Die Sekundarschule Bethel. Foto: Hans-Werner Büscher

Bielefeld  (MiS). In der Schulausschuss-Sitzung am 8. November wird es voraussichtlich einen Antrag geben, in dem die von Bodelschwinghschen Stiftungen aufgefordert werden, in ihrer Sekundarschule auch im Schuljahr 2017/18 noch einmal Schüler aufzunehmen .

Das ist in einer internen Arbeitsgruppe des Schulausschusses zur Schulentwicklungsplanung besprochen worden. Meinungsverschiedenheiten gibt es derweil über einen Antrag, der am kommenden Donnerstag in der Bezirksvertretung Gadderbaum behandelt werden soll. Bezirksbürgermeisterin Hannelore Pfaff (Grüne) möchte darin die Verwaltung auffordern, alle Maßnahmen zu unternehmen, damit am Standort der Sekundarschule in Bethel festgehalten werden kann. »Schuldezernent Dr. Udo Witthaus hat mir aber mitgeteilt, dass es der Bezirksvertretung nicht zustehe, einen solchen Antrag zu stellen«, sagte Pfaff am Mittwoch in einer Versammlung der Grünen. »Wir werden ihn aber dennoch stellen.«

20 Millionen Euro müssten die von Bodelschwinghschen Stiftungen in ihre Schulen investieren, um auch die Sekundarschule halten zu können. Zehn Millionen zu viel, findet der Stiftungsvorstand und hat deshalb die »auslaufenden Schließung« der Schule bis 2022 beschlossen. Dagegen hat sich massiver Widerstand formiert. Inzwischen gibt es – wie berichtet – auch Überlegungen für ein Bürgerbegehren.

Zuschusstöpfe anzapfen

Deshalb wird auch versucht, Zuschusstöpfe für die Sekundarschule anzuzapfen. Aus dem gerade aufgelegten Landesprogramm »Gute Schule«, aus dem die Stadt Bielefeld den Neubau der Gesamtschule Schildesche finanzieren will, ist für einen Ersatzschulträger wie Bethel nichts zu holen. Für diese Träger ist jetzt ein zweites Programm geplant. Es soll ein Volumen von landesweit 70 Millionen Euro haben, aber lediglich die Ausstattung der Schulen fördern. »Davon könnte die Sekundarschule allenfalls mit einem kleinen Betrag profitieren«, meinte der grüne Ratsfraktionschef Jens Julkowski-Keppler. Auch im Rathaus wird überlegt, welche Förderprogramme sonst noch genutzt werden könnten – noch aber ohne Ergebnis.

Selbst wenn sich der Betheler Stiftungsvorstand dazu durchringen könnte, einen weiteren Jahrgang aufzunehmen, müsste klar sein, wie es mit der Sekundarschule in Bielefeld weitergeht. Die Zeit drängt, denn ab Ende November beginnen die Tage der offenen Tür in den weiterführenden Schulen, entscheiden die Eltern der künftigen Viertklässler, wohin ihr Nachwuchs nach der Grundschule gehen soll. Das offizielle Anmeldeverfahren beginnt im Februar.

Aus Bethel kommen derweil auch positive Signale. So soll der Stiftungsbereich Schule bereit sein, im kommenden Schuljahr eine zusätzliche Klasse im Bodelschwingh-Gymnasium aufzunehmen. Der neue fünfte Jahrgang hätte dann nicht drei, sondern vier Eingangsklassen. Immerhin 25 Kinder könnten auf diese Weise zusätzlich versorgt werden.

Fällt die Sekundarschule weg, müssen aber 75 zusätzliche Schulplätze her. Nach Auskunft des städtischen Amtes für Schule haben 45 Prozent der 330 Betheler Sekundarschüler zuvor die Martin-Grundschule besucht, kommen also aus dem Gadderbaumer Umfeld.

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