Nach dem Sieg Donald Trumps bei der US-Präsidentenwahl ist die Überraschung auch in OWL groß
Brok: »Schlechtere Chancen bei TTIP«

Nach dem Sieg Donald Trumps bei der US-Präsidentenwahl ist die Überraschung auch in Ostwestfalen-Lippe groß.

Mittwoch, 09.11.2016, 10:01 Uhr aktualisiert: 10.11.2016, 12:56 Uhr
Hier zieht Donald Trump ein: das Weiße Haus in Washington. Foto: dpa/Michael Reynolds
Hier zieht Donald Trump ein: das Weiße Haus in Washington. Foto: dpa/Michael Reynolds

Der Bielefelder Europapolitiker Elmar Brok (CDU) erwartet nach der Wahl Donald Trumps spürbare Auswirkungen auf das transatlantische Verhältnis. »Bei TTIP sehe ich jetzt geringere Chancen als mit Hillary Clinton«, sagte Brok dem WESTFALEN-BLATT.

Den Ausschlag für den Stimmungsumschwung in den USA hat nach Broks Einschätzung die »E-Mail- und FBI-Affäre« gegeben. »Ich war in der vergangenen Woche in den USA und habe gemerkt, wie stark die Glaubwürdigkeit von Hillary Clinton gelitten hat. Dieses Momentum konnte sie nicht mehr drehen«, sagte Brok weiter. »Dieser Trend konnte sich in den jüngsten Meinungsumfragen nicht mehr wederspriegeln.« Er hoffe, dass jetzt gemäßigte Republikaner in den Stab von Donald Trump einziehen werden.

Wolf D. Meier-Scheuven, Präsident der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld , äußert sich in einer Stellungnahme zur Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten: »Donald Trump hat sich in der Wahl gegen Hillary Clinton durchgesetzt. Eine echte Überraschung. Donald Trump hat im Wahlkampf viele Ankündigungen gemacht, davon auch welche, die für den internationalen Warenaustausch nichts Gutes erahnen lassen. Keiner weiß derzeit, was in der kommenden Zeit davon tatsächlich umgesetzt wird. Die Verunsicherung ist deshalb gerade auch bei den ostwestfälischen Unternehmen groß. Sie hoffen nun darauf, dass wesentliche Säulen der internationalen Zusammenarbeit von der neuen US-Regierung nicht aufs Spiel gesetzt werden. Insbesondere die Globalisierung und ihre Erfolge dürfen jetzt nicht durch zunehmenden Nationalismus und Protektionismus in Frage gestellt werden. Welthandelsorganisation, Freihandels- oder Klimaabkommen sind auch für die hierzulande stark international ausgerichteten Unternehmen zentrale Themen. Für die deutsche Wirtschaft sind die USA der wichtigste Handelspartner: In Deutschland hängen dadurch weit mehr als eine halbe Millionen Arbeitsplätze am Export in die USA. Rund 3700 deutsche Firmen haben einen Standort in den USA. Und auch 600 ostwestfälische Unternehmen, darunter fast 200 mit eigener Niederlassung oder Produktionsstätte vor Ort, engagieren sich auf diesem Markt. Insofern ist die weitere Ausrichtung der US-Wirtschaftspolitik von ganz besonderer Bedeutung.«

Das der Familie Oetker gehörende Bankhaus Lampe sieht Trumps Erfolg ebenfalls kritisch. F inanzexperte Dr. Bastian Hepperle schreibt unter anderem: »Trump steht für einen grundlegenden Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik. Er stellt Vieles in Frage, wodurch unseres Erachtens viele Fragezeichen bestehen. Es droht daher eine längere Phase erhöhter Verunsicherung in der Realwirtschaft und an den Finanzmärkten. Unter diesen Bedingungen dürfte die bereits schwache Investitionskonjunktur in den USA einen zusätzlichen Dämpfer erhalten.«

Die Bielefelder Bundestagsabgeordnete Britta Haßelmann (Bündnis 90/Die Grünen) äußert sich fassungslos zum US-Wahlausgang: »Mit Trumps Wahlsieg ist ein unfassbar polarisierter und schmutziger Wahlkampf zu Ende gegangen. Am Ende ist der Kandidat, der Stimmungen und Hass gegen Menschen geschürt hat, zum Präsidenten gewählt worden. Ich kann es immer noch nicht fassen. Das Ergebnis sollte uns in Deutschland und in Europa aufrütteln: Wir müssen uns entschlossen gegen nationalistische, rechtspopulistische und menschenfeindliche Bewegungen stellen. Denn wir haben viel zu verteidigen: Unsere Freiheit, unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Werte unserer offenen und toleranten Gesellschaft.«

Auf eine schnelle Einheit des amerikanischen Volks hofft Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, nach der Wahl von Trump zum Präsidenten: »Nach der langen Wahlkampfperiode ist es nun an der Zeit, die Gesellschaft wieder zu einen und rasch zu Sachthemen zurückzukehren. Politische, gesellschaftliche und auch wirtschaftliche Stabilität sind für unser Unternehmen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der US-Geschäfte.«

Was passiert nach der US-Präsidentenwahl mit der heimischen Wirtschaft? Thomas Sterthoff, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Bielefeld-Gütersloh, glaubt an ungewisse Folgen: »Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten birgt viele Fragezeichen. Die hohe Unsicherheit über die künftige Außen- und Wirtschaftspolitik der USA ist ein weiterer Belastungsfaktor für die Weltwirtschaft und wird die Investitionsbereitschaft dämpfen. Für unsere mittelständischen Firmenkunden sind die wirtschaftlichen Folgen noch nicht abzusehen und werden kurzfristig durch den Wahlausgang hiervon nur geringfügig beeinflusst.«

Partnerschaften zwischen OWL- und US-Städten

Herford: Seit 1988 bestehen freundschaftliche Kontakte zwischen Quincy (US-Bundesstaat Illinois) und dem Kreis Herford. Zwischen der kreisangehörigen Stadt Herford und der Stadt Qunicy wurde 1991 ein offizieller Freunschaftspakt geschlossen.

Paderborn: im Kreis Paderborn führt die Stadt Paderborn mit der amerikanischen Stadt Belleville im Bundesstaat Illinois seit 1990 eine Städetfreundschaft, die in Paderborn vom deutsch-amerikanischen Freundeskreis gepflegt wird.

Verl (Kreis Gütersloh): Delphos (Bundesstaat Ohio)

Porta Westfalica: Waterloo (Bundesstaat llinois)

Löhne: Columbus (Bundesstaat Indiana)

Borgholzhausen (Kreis Gütersloh): New Haven (Bundesstaat Missouri)

Rödinghausen (Kreis Herford): Pemberville (Bundesstaat Ohio)

 

 

Kommentare

Andreas  schrieb: 10.11.2016 08:54
Brok: »Schlechtere Chancen bei TTIP«
Das mit Donald Trump das TTIP gestorben waräre war vor der Wahl schon bekannt und is auch für uns nicht Trump Fans das einzig Positive an dem jetztigen Wahlausgang. Leider betseht Ceta ja schon über das viele US Globalplayer ihren Schrott in Europa trotzdem auf den Markt bringen können und Ihren Willen gerichtlich in Europa durchsetzen.
1 Kommentare
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