Verein schafft mit viel Ehrenamt Mobilität für Bielefeld
»Jedes Kind braucht ein Rad«

Bielefeld (WB). Mit einem Fuhrpark von 13 Fahrrädern sind die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft an der Schillerstraße mobil. Die Schüler von Tatiana Römbkes Integrationsklasse haben sich ihre Drahtesel sogar selbst restauriert. Hinter alledem steht der Verein »Fahrräder bewegen Bielefeld« von Stefan Mielke.

Dienstag, 15.11.2016, 15:00 Uhr aktualisiert: 17.11.2016, 13:02 Uhr
Stolz auf ihr mobiles Projekt (von links): Angelika Wilmsmeier, Thomas Reuter (DRK), Werner Jüttner (Möllergroup), Schulsozialarbeiterin Tatiana Römbke, Derya Gümüs (DRK), Erik Brücher (DRK), Stefan Mielke und Mert Salur (you name it). Foto: Michael Diekmann
Stolz auf ihr mobiles Projekt (von links): Angelika Wilmsmeier, Thomas Reuter (DRK), Werner Jüttner (Möllergroup), Schulsozialarbeiterin Tatiana Römbke, Derya Gümüs (DRK), Erik Brücher (DRK), Stefan Mielke und Mert Salur (you name it). Foto: Michael Diekmann

Aus der Idee, mit den in Kellern und Garagen schlummernden Fahrradschätzen in einem breit aufgestellten Gemeinschaftsprojekt Bielefeldern Mobilität zu verschaffen jenseits vom Auto, ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden.

»Wir sind mit dem Radl da« würde Stefan Mielke am liebsten den ganzen Tag singen: »Die Resonanz ist fantastisch. Es kommen immer wieder neue Ansätze hinzu, immer neue Helfer und Initiativen.« Mehr als 200 Fahrräder konnten bereits an unterschiedlichste Empfänger verteilt werden. Im kommenden Jahr, sagt Mielke, wird das Fahrrad 200 Jahre alt. Und Bielefeld ist die Stadt des Fahrrades. Da sei es um so wichtiger, möglichst allen Kindern und Jugendlichen ein Rad zu ermöglichen.

200 Fahrräder als Ziel

Unterstützung bekommt der Verein von der Jugendinitiative der Bürgerstiftung in Person von Mert Salur. Genau 200 Kinder- und Jugendfahrräder wollen Salur und Mielke bis Ende 2017 sammeln: »Die Sache läuft gut an.«

Restauriert wird ehrenamtlich. Wobei neben aktiven Ruheständlern wie Georg Detlinger (66) oder Wolfgang Nürck (75) viele aktive Helfer anpacken, aber zunehmend auch Schulklassen. So hat die Integrationsklasse von Tatiana Römbke (35) am Gymnasium am Waldhof ihre Räder selbst aufgebaut. Bevor es auf die Straße geht, haben die Geflüchteten Firas und Jawar gelernt, muss die Fahrradprüfung abgelegt werden. Für die Ausbildung erstellt Angelika Wilmsmeier gerade eine Planung.

Zwei Werkstätten

Geschraubt wird in einer Böllhoff-Halle oder der zweiten stationären Werkstatt in Sennestadt. Großzügige Werkzeugspenden der Möllergroup ermöglichen erst das Montieren von kompletten Drahteseln. In den vergangenen Monaten, freut sich Mielke, konnten insbesondere viele Räder an Grundschulklassen gespendet werden. Mielke: »Jedes Kind braucht ein Fahrrad.« Wer ein Rad übrig hat oder mitarbeiten möchte: Info unter Telefon 0170/29 29 25 9.

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