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So., 05.02.2017

Prozess vor dem Landgericht Bielefeld Raubserie: Angeklagter legt Geständnis ab

Landgericht Bielefeld

Landgericht Bielefeld Foto: Starke

Bielefeld (WB/uko). Mit einem klaren Geständnis hat vor dem Landgericht der Prozess um eine Raubserie gegen vier junge Bielefelder begonnen. Ein erst 20 Jahre junger Mann schilderte unverblümt, wie die Überfälle auf ein Bielefelder Restaurant und auf einen Verbrauchermarkt abliefen.

Dem Quartett, zwei Deutsche und zwei Türken, werden vier Raubüberfälle auf das Restaurant Vapiano am Niederwall am 20. März 2016 (Beute 12.800 Euro), auf den Schenke-Getränkemarkt an der Holländischen Straße am 22. Dezember 2012 (Beute 4615 Euro) sowie auf den Combi-Markt an der Jöllenbecker Straße am 19. Mai 2016 (Beute 32.000 Euro) und am 4. August 2016 (Beute 30.000 Euro) und schließlich ein Diebstahl vorgeworfen.

Staatsanwältin Evlyn Harkötter geht in ihrer Anklage gegen die 24-, 22-, 21- und 20-jährigen Männer davon aus, dass sie die Überfälle »zur Aufbesserung ihrer finanziellen Verhältnisse« begangen haben. Dafür hätten sie auch leichtfertig Kenntnisse des jeweiligen Tatorte genutzt. So hatten zwei der vier Angeklagten im Vapiano als Aushilfe gearbeitet, sie kannten also die Örtlichkeit. nach dem Geständnis des 20-Jährigen war die Tat dort erst tags zuvor geplant. Er habe nur gewusst, dass »es um ein großes Ding« ging. »Ich habe dann zugestimmt, viel zu reden gab’s da nicht«, sagte er am Freitag vor der 3. Strafkammer des Landgerichts .

Stets waren die jungen Täter in wechselnder Beteiligung maskiert aufgetreten, hatten sich mit einer Schreckschusspistole, einem Teleskop-Schlagstock oder mit Pfefferspray bewaffnet, um die Opfer der Raubüberfälle einzuschüchtern. Das Pfefferspray war auch entweder versprüht oder aber den Opfern sogar ins Gesicht gesprayt worden.In einem Fall wurde zudem ein Überfall vorgetäuscht: Die Shell-Tankstelle an der Brackweder Straße wurde am 10. März 2013 nur zum Schein ausgeraubt und 855 Euro erbeutet. Einer der Täter arbeitete dort als Mitarbeiter, er spielte zum Schein die Opferrolle. Der Prozess wird fortgesetzt.

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