Deutlicher Anstieg in OWL – nicht mal jede zweite Tat aufgeklärt
Immer mehr Autofahrer flüchten vom Unfallort

Bielefeld (WB/bex). Die Zahl der Unfallflüchtigen auf den Straßen in OWL ist seit 2012 um 17 Prozent gestiegen. 2016 entfernten sich mehr als 11.700 Mal Fahrer unerlaubt vom Unfallort.

Sonntag, 26.02.2017, 10:27 Uhr aktualisiert: 26.02.2017, 10:45 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa
Fälle von Unfallflucht in OWL
  2012 2016 Zunahme
Stadt Bielefeld 2052 2365 +15,3 %
Kreis Paderborn 1604 1853 +15,5 %
Kreis Minden-Lübbecke 1347 1604 +19 %
Kreis Höxter 671 693 +3,3 %
Kreis Lippe 1417 1639 +15,7 %
Kreis Gütersloh 1750 2231 +27,5 %
Kreis Herford 1207 1347 +11,6 %
Quelle: Polizeibehörden in OWL      

Die Entwicklung in der Region entspricht dem Landestrend. Seit 2006 nahmen die Unfallfluchten NRW-weit von 107.656 auf 132.168 zu – bei insgesamt fast 600.000 Unfällen auf den Straßen. Diese Zahlen nannte gestern das NRW-Innenministerium. In den meisten Fällen blieb es bei Sachschäden. Bei etwa 5500 Unfällen wurden aber auch Menschen verletzt.

»Jede Verkehrsunfallflucht, unabhängig vom Unfallschaden, ist eine Straftat und wird konsequent von der Polizei verfolgt«, erklärt eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums. Bei einer landesweiten Aufklärungsquote von 45,2 Prozent (2016) ist die Wahrscheinlichkeit allerdings größer, ungeschoren davonzukommen, als strafrechtlich belangt zu werden.

2012 lag die Aufklärungsquote in OWL bei 49,5 Prozent

Auch die Quoten in OWL bewegen sich auf diesem Niveau. Die Zahl der Unfallfluchten auf den Autobahnen der Region ist allerdings leicht gesunken: Mit 307 war es im vergangenen Jahr die niedrigste Zahl seit 2012. Hier lag die Aufklärungsquote bei 49,5 Prozent.

Laut Polizei haben Autofahrer nach einem Crash vor allem Angst vor den Konsequenzen. Auch die Angst, zum Beispiel mit Drogen oder Alkohol im Blut erwischt zu werden, lässt viele Schuldige vom Unfallort flüchten. Zumal Ärger mit der Versicherung droht.

Urteil macht Schlagzeilen

2015 wurden ungefähr 6000 Fahrer wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort verurteilt, das zeigen die Zahlen des NRW-Statistikamts. Nachdem die Zahl der Verurteilten in den vergangenen drei Jahren gesunken war, stieg sie 2015 wieder an. Schlagzeilen machte kurz vor Weihnachten ein Urteil des Landgerichts Bonn : Ein Unfallfahrer (43) wurde dort in zweiter Instanz zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte einen Rentner überfahren und war geflüchtet. Der 74-Jährige starb an der Unfallstelle.

Es reicht nicht, als Verursacher einen Zettel mit den Personalien an der Windschutzscheibe des beschädigten Autos zu hinterlassen, erläutert die Polizei. Der Unfallfahrer müsse eine »angemessene Zeit« am Unfallort warten. Die Dauer hängt von Art und Höhe des Schadens ab, liegt aber bei mindestens 30 Minuten. Andernfalls hat sich der Unfallverursacher innerhalb von 24 Stunden bei der Polizei zu melden.

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