Verhandlung vor Landgericht Bielefeld
Prozess um Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft startet neu

Bielefeld (dpa). Nach einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Porta Westfalica müssen sich von Dienstag an vier Angeklagte vor dem Landgericht Bielefeld wegen versuchten Mordes verantworten.

Dienstag, 28.02.2017, 03:42 Uhr aktualisiert: 28.02.2017, 10:42 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Ursprünglich hatte das Amtsgericht Minden in der Sache verhandelt. Dort hatte die Staatsanwaltschaft einer Frau (33) und drei Männern (29 bis 33) nur gemeinschaftliche, versuchte schwere Brandstiftung vorgeworfen. Nach ersten Zeugen-Aussagen und den Schilderungen von zwei der Angeklagten hatte die Richterin der ersten Instanz das Verfahren aber an die Schwurgerichtskammer am Landgericht verwiesen.

Nach Ansicht des Amtsgerichts liegt ein hinreichender Tatverdacht für ein versuchtes Tötungsdelikt vor. So sei die Tat im September 2015 bewusst geplant gewesen und die Angeklagten hätten gewusst, dass sich bei dem Angriff mit zwei Molotow-Cocktails Menschen in dem Gebäude befunden haben.

Staatsanwaltschaft und Verteidiger hatten sich dagegen ausgesprochen, den Fall vor dem Landgericht zu verhandeln. Die Nebenkläger begrüßten dagegen diesen Schritt. Am Landgericht sind jetzt fünf Verhandlungstage angesetzt.

Die Gruppe soll im September 2015 mit zwei Brandsätzen in die Nähe der Unterkunft gefahren sein. Einer der Molotow-Cocktails prallte gegen einen Zaun und fiel ohne zu zersplittern auf den Boden, der zweite landete an einer Wand des Hauses. Hier entzündete sich zwar das Benzin, das Gebäude fing aber kein Feuer. Anwohner löschten die Flamme, es entstand nur geringer Sachschaden.

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