Verdi will Aktion am 2. April in Paderborn verhindern – Händler entsetzt
Verkaufsoffene Sonntage in OWL auf der Kippe

Paderborn/Bielefeld/Gütersloh (WB). Die Gewerkschaft Verdi stellt verkaufsoffene Sonntage in Paderborn, Bielefeld und Gütersloh auf den Prüfstand. Zunächst soll ein verkaufsoffener Sonntag am 2. April in Paderborn gekippt werden.

Donnerstag, 16.03.2017, 06:00 Uhr
Auch zu Libori öffnen sonntags die Geschäfte.Foto: Jörn Hannemann
Auch zu Libori öffnen sonntags die Geschäfte. Foto: Jörn Hannemann

Nachdem Verdi in NRW mit höchstrichterlichen Entscheidungen schon etliche Geschäftsöffnungen an Sonntagen gekippt hat, sollen auch in OWL »zum Schutz von Arbeitnehmern« verkaufsoffene Sonntage verhindert werden. In Bünde (Kreis Herford) hat das Verwaltungsgericht Minden bereits einen solchen Sonntag untersagt. Essen und Köln sagten verkaufsoffene Sonntage ab.

NRW schreibt vor, dass Läden an jährlich höchstens elf Sonn- oder Feiertagen geöffnet werden dürfen, pro Stadtteil allerdings höchstens an vier Sonntagen, und auch nur aus Anlass örtlicher Feste, Märkte, Messen oder ähnlicher Veranstaltungen.

Verdi-Gewerkschaftssekretärin Martina Schu (Bielefeld) fordert deshalb von Paderborn, Bielefeld und Gütersloh Besucherprognosen zu den Veranstaltungen mit verkaufsoffenem Sonntag. Sollten mehr Besucher in den Geschäften als zu den Festen erwartet werden, will Verdi die verkaufsoffenen Sonntage stoppen.

Handelsverband OWL reagiert entsetzt

Somit droht dem »Frühlingserwachen« am 2. April in Paderborn, das 2016 von mehreren Zehntausend Menschen besucht wurde, das Aus. Die Stadt Paderborn muss nun begründen, warum das Fest Anlass zu einem verkaufsoffenen Sonntag gibt. Reicht Verdi die Begründung nicht, will die Gewerkschaft klagen.

Der Handelsverband OWL reagiert entsetzt auf den Vorstoß. Vorsitzender Ferdinand Klingenthal: »Das ist eine nicht zu ertragende Katastrophe, die mutwillig herbeigeführt wird.« Klingenthal kritisiert die Landesregierung und das »wachsweiche Gesetz«, das der Gewerkschaft ermögliche, gegen verkaufs­offene Sonntage vorzugehen.

»Die Streichung der Sonntage führt zu weiteren Umsatzverlusten.« Verdi befeuere das Geschäft der Internetriesen Amazon und Zalando.

 

Kommentare

bermbeck  schrieb: 16.03.2017 11:15
Nach wie vor erschließt sich mir nicht, warum Verdi einerseits mit Vehemenz und unter dem Deckmantel des Arbeitnehmerschutzes gegen die verkaufsoffenen Sonntage vorgeht, andererseits aber tatenlos zusieht, wie in Bünde ein Geschäft jeden Sonn- und Feiertag seine Pforten öffnet. Gilt hier der Arbeitnehmerschutz nicht ?
Vorsichtshalber äußert sich Verdi dazu nicht. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Wenke Nagel  schrieb: 16.03.2017 10:16
...und was ist mit anderen Arbeitnehmern?
Es sind 4 Sonntage von 52 Wochen! HALLO, was ist mit den Serviceleuten in Kinos, Fast Food Ketten,Cafes, Bars, Bus und Bahnfahrern, Taxifahrern, Bäckerein, Krankenschwestern, Ärzte, Polizisten, Pastoren und viele mehr. Die arbeiten doppelt oder 3fach viele Sonntage. Man sollte sich über die Zukunft gedanken machen beim heutigen Online-Shopping Trend! Die übrigens auch an Sonntagen arbeiten und verpacken damit wir am Montag oder Dienstag unser Päckchen erhalten.
Trude  schrieb: 16.03.2017 08:37
Jedem selbst überlassen!
In einem gut geführten Geschäft dürfen Mitarbeiter selber entscheiden, ob sie arbeiten möchten. Bei den Löhnen ist man über den Sonntagszuschlag sehr froh.
A. B.  schrieb: 16.03.2017 06:16
Richtig so !
Es geht nur noch um Gewinne.
Das Wohl der Mitarbeiter ist doch diesen ganzen Unternehmen egal. Man braucht keine verkaufsoffene Sonntage! Die Mitarbeiter sollen den Sonntag nutzen um abzuschalten und sich für die kommende Woche zu erholen.
4 Kommentare
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