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Mo., 03.04.2017

Besucher erkunden das Kinder- und Jugendhospiz Bethel beim Tag der offenen Tür Die Lebensfreude überwiegt

Lea Schnetgöke (5) und Jannis Pieper (9) nutzen das Kreativangebot beim Tag der Offenen Tür.

Lea Schnetgöke (5) und Jannis Pieper (9) nutzen das Kreativangebot beim Tag der Offenen Tür. Foto: Christina Falke

Von Uta Jostwerner

Bielefeld (WB). Fünf Jahre nach der Einweihung des Kinder- und Jugendhospiz’ Bethel überwiegt in den Räumen am Remterweg die Lebensfreude. »Bei uns wird viel gelacht«, sagt Einrichtungsleiterin Ulrike Lübbert. Das wurde auch am Samstag beim Tag der offenen Tür deutlich.

Die Ehrenamtlichen Annette Rooch (links) und Petra Brauckmann betreuen den Büchertisch. Foto: Christina Falke

Einmal im Jahr öffnet das Hospiz seine Pforten, um Jedermann Einblicke in die Arbeit der Einrichtung zu gewähren, in der Familien mit einem Kind mit einer lebensverkürzenden Erkrankung für einige Wochen im Jahr Entlastung vom belastenden Alltag finden können.

»Der Alltag mit einem kranken Kind ist durchgetaktet und lässt wenig Raum für spontane Aktivitäten zu. Hier können Eltern auch mal ins Kino oder Theater gehen oder einfach mal durchschlafen, weil sie wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist«, erzählt Pflegedienstleiterin Brigitte Kramer. Zudem finden Betroffene in Bethel Beratung und Unterstützung.

Nicht selten, so Kramer, knüpften Familien, die sich in der Einrichtung kennenlernten, Freundschaften fürs Leben. »Viele kommen hier immer wieder zusammen. Sie buchen ihren Aufenthalt so, dass sie zusammen hier sein können«, verdeutlicht Ulrike Lübbert.

Auch ehemalige Bewohner kommen

Am Tag der offenen Tür sieht man sie ebenfalls durch die Räume ziehen. Nicht nur die Bielefelder kommen, um sich zu informieren und die öffentlichen Räume mit Kreativ- und Musiktherapie, Spielzimmer und Abschiedszimmer – wenn ein Kind während des Aufenthalts im Hospiz verstorben ist – in Augenschein zu nehmen. Auch ehemalige Bewohner kommen, um sich wieder zu sehen.

So nutzte auch Melanie Schnetgöke aus Hörstel die Gelegenheit, sich mit Freunden zu treffen. Mit dabei: Tochter Lea (5), die im Malzimmer ihrer Fantasie freien Lauf ließ, und das erkrankte Töchterchen Lucy (2). »Wir waren schon dreimal hier. Es hat uns immer gut gefallen. Unsere Tochter Lea kommt regelmäßig zum Geschwistertreffen hier her«, erzählt Melanie Schnetgöke.

»Ohne unsere Ehrenamtlichen wäre das alles nicht möglich«

»Einige Familien nutzen auch den Tag der offenen Tür, um uns und unser Angebot kennenzulernen. So können Hemmschwellen abgebaut werden«, berichtet Brigitte Kramer. Insgesamt können zehn Gastfamilien gleichzeitig im Kinder- und Jugendhospiz untergebracht werden. »Ohne unsere Ehrenamtlichen wäre das alles nicht möglich«, betont Ulrike Lübbert. Auch beim Tag der offenen Tür waren drei gute Geister im Einsatz. Sie betreuten den Bücherstand und hielten den Überblick im Spielzimmer.

Die Besucher derweil genossen die schöne Atmosphäre des Hauses, labten sich bei Kaffee, Kuchen und Bratwurst, nahmen die Mitmachangebote in Anspruch oder versuchten ihr Glück bei einer Tombola.

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