Schließung im August, anschließend Doppel-Schau mit Skulpturen
Kunsthalle: Sanierungsstau wird erst nach Jubiläum abgebaut

Bielefeld (WB). Die Bielefelder Kunsthalle wird in diesem Jahr vom 24. Juli bis zum 1. September geschlossen. Grund sind dringend nötige, aber vom Umfang kleinere Sanierungsarbeiten für 270.000 Euro.

Samstag, 08.04.2017, 23:00 Uhr aktualisiert: 10.04.2017, 17:30 Uhr
Die Bielefelder Kunsthalle feiert 2018 ihr 50-jähriges Bestehen. Bis dahin sind noch kleinere Renovierungen notwendig. Foto: Thomas F. Starke
Die Bielefelder Kunsthalle feiert 2018 ihr 50-jähriges Bestehen. Bis dahin sind noch kleinere Renovierungen notwendig. Foto: Thomas F. Starke

Insgesamt schiebt die Kunsthalle einen Sanierungsstau vor sich her, dessen Kostenvolumen von der Stadt Bielefeld auf etwa 7,5 Millionen Euro geschätzt wird. Die Arbeiten sollen ab 2019/2020 angegangen werden.

Im Hinblick auf das Jubiläumsjahr 2018 – dann wird die Kunsthalle 50 Jahre alt – sollen im August die Sanitäranlagen erneuert und das Relais für den Lastenaufzug ausgetauscht werden; für diese Arbeiten müsse für etwa eine Woche der Strom abgeschaltet werden.

Doppel-Schau ab September

Kunsthallen-Direktor Dr. Friedrich Meschede will die Wochen für den Abbau der aktuellen Ausstellung »Partners in Design – Bauhaus-Pioniere in Amerika« (bis zum 23. Juli) nutzen und für den Aufbau der anschließenden Doppelausstellung, die komplett der Skulptur gewidmet ist. Am 1. September wird die Doppel-Schau »Thomas Kiesewetter – Skulpturen« und »Ulrich Rückriem – Multiples – Skulpturen 1969 bis heute« eröffnet, zu sehen bis zum 22. Oktober.

Die Rückriem-Werke verbleiben anschließend in der Kunsthalle, sind eine Schenkung des Anwalts und Kunstsammlers Prof. Dr. Rainer Jacobs. Der Katalog dazu soll ein Standardwerk über Rückriems Werk werden. Friedrich Meschede hat über den Bildhauer promoviert. Ab 11. November ist dann noch in der Kunsthalle die Ausstellung »Der böse Expressionismus – Trauma und Tabu« zu sehen.

Oetker-Stiftung will Werke zur Verfügung stellen

Für das Jubiläumsjahr gibt es bereits die Zusage der Rudolf-August-Oetker-Stiftung, Werke aus der Kunstsammlung für eine Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Die Stiftung hatte im Rahmen eines Streites um den Namen der Kunsthalle Werke, die dem Museum als Leihgaben übereignet worden waren, zurückgezogen. Dass solche Meisterwerke, darunter bedeutende Arbeiten von August Macke und Ludwig Kirchner, aber auch aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, wieder in der Kunsthalle – gemeinsam mit Bildern aus dem Eigenbesitz – gezeigt werden, nennt Meschede eine »kleine Sensation«. Zudem sei es ein Glücksfall, weil sich die Kunsthalle eine »angemessene Jubiläumsausstellung« – im Gespräch war etwa eine Schau mit Werken der südafrikanischen Künstlerin Marlene Dumas – finanziell gar nicht hätte leisten können.

Klimaanlage und Dach werden 2019 saniert

Ab 2019 sollen dann Klimaanlage (Meschede: »absolut funktionstüchtig, aber ein Energiefresser«) und das Dach, zuletzt in den 1990er Jahren erneut, saniert werden. Die Fassade des Gebäudes sei in Ordnung, so Meschede, es gehe in erster Linie um Energieeffizienz. Man hoffe, Fördermittel des Landes zu bekommen, nachdem ein Antrag auf Renovierungsmittel vom Bund nicht stattgegeben wurde. Meschede: »Hätte es Geld gegeben, hätte es bis 2018 verbaut werden müssen und das Haus wäre im Jubiläumsjahr womöglich geschlossen worden.«

Die Stadt Bielefeld hat in den Jahren 2006 bis 2016 1,8 Millionen Euro in den baulichen Unterhalt der Kunsthalle investiert. Sie ist der einzige Museumsbau in Europa des berühmten amerikanischen Architekten Philip Johnson (1906-2005).

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