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Do., 13.04.2017

Bundesgerichtshof bestätigt Urteil des Landgerichts Bielefeld Kindesmissbrauch: zehn Jahre Haft

Symbolbild

Symbolbild Foto: dpa

Bielefeld/Gütersloh (WB/uko). Ein Sexualstraftäter aus Bielefeld wird zehn Jahre Haft absitzen müssen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden und damit ein Urteil das Landgerichts Bielefeld aus dem vergangenen Jahr bestätigt. Der Mann wird nach seiner Strafe zudem auf nicht absehbare Dauer in die Sicherungsverwahrung genommen.

Der 46-jährige Sven K. hatte sich ab dem Jahr 2000 an Kindern aus dem Raum Bielefeld und dem Kreis Gütersloh jeweils in seinem Bekanntenkreis vergriffen. Angeklagt waren rund 100 Missbrauchsfälle. Die 3. Strafkammer des Landgerichts verurteilte ihn wegen 17-fachen schweren und 29-fachen so genannten einfachen Missbrauchs. Außerdem hatte der Mann Kinderpornos beschafft und weiter gegeben: K. hatte zahlreiche Taten gefilmt und die Aufnahmen anderen Pädophilen online geschickt sowie entsprechendes Filmmaterial zugesandt bekommen.

Das älteste der fünf Opfer, ein Mädchen – obendrein hatte er vier Jungen missbraucht – war 14 Jahre alt. Das jüngste Opfer war zu Beginn der Taten erst ein Jahr jung. K. hatte sich seine Opfer in der Verwandtschaft zweier Lebensgefährtinnen gesucht. Unter anderem bot er sich einem Kind als Nachhilfelehrer an. So hatte er bewusst Missbrauchssituationen geschaffen. Zu den zum Teil heftigsten, lange währenden Übergriffen kam es beim Computerspiel, im Partykeller und im Bett eines Kindes. Davon hatte sogar die Mutter etwas mitbekommen. Erst 2014 offenbarte sich ein Opfer seinen Eltern, es kam zur Anzeige. Der Mann blieb jedoch auf freiem Fuß, weil eine Staatsanwältin keine Notwendigkeit für einen Haftbefehl sah.

Erst als Anfang dieses Jahres die Anklage vorlag, schickte das Gericht Sven K. in Untersuchungshaft. In der Zwischenzeit hatte er erneut versucht, Kontakt zu Kindern aufzunehmen – in eindeutig sexueller Absicht. Das ergab die Auswertung seines Handys.

Der BGH änderte im Revisionsverfahren zwar zwei Einzelstrafen, hielt jedoch die Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Jahren für angemessen. Außerdem sei die Maßregel der dann folgenden Sicherungsverwahrung absolut notwendig.

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