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Mo., 17.04.2017

TV-Ostergottesdienst in Bielefeld: Präses Kurschus hält Ostermontag Predigt – mit Video Bundespräsident Steinmeier zu Bethel-Jubiläum: Appell für mehr Miteinander

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Bündenbender betreten mit Pastor Ulrich Pohl die Zionskirche in Bielefeld-Bethel.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Bündenbender betreten mit Pastor Ulrich Pohl die Zionskirche in Bielefeld-Bethel. Foto: Oliver Schwabe

Bielefeld (epd). Mit einem Festgottesdienst am Ostermontag in Bielefeld-Bethel haben die v. Bodelschwingschen Stiftungen ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert. 

Die westfälische Präses Annette Kurschus erklärte, Ostern sei ein Fest für Menschen, die sich »leise und langsam und immer neu« miteinander auf den Weg des Lebens machten. Das treffe auch auf Bethel zu, wo Menschen mit Behinderung leben, sagte Kurschus in dem Gottesdienst in der Betheler Zionskirche, der von der ARD übertragen wurde. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte, das Diakoniewerk sei ein weit über die Landesgrenzen hinaus bekannter »Ort der Zuversicht, der Fröhlichkeit und vor allem ein Ort voller Überraschungen«.

Bethel habe wesentlich zu einer spürbar besseren Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen, zu medizinischen und sozialen Innovationen und zur Verwirklichung eines besseren Miteinanders beigetragen, betonte der Bundespräsident, der mit seiner Frau Elke Büdenbender an dem Gottesdienst teilnahm. Es sei Aufgabe der Gesellschaft, die Würde eines jeden Menschen zu wahren, auch die der Schwächsten in der Gemeinschaft. 

»Und da wir nicht nur 150 Jahre Bethel, sondern auch noch 500 Jahre Reformation feiern, dürfen wir uns auch an Martin Luther erinnern: 'Unser Nächster ist der Mensch, besonders der, der unsere Hilft braucht!'«, sagte Steinmeier in einem Grußwort im Anschluss an den Gottesdienst. Das Verständnis und die Verantwortung füreinander zu stärken, sei umso wichtiger »in dieser Zeit, in der Gesellschaft droht, in ihre Einzelteile zu zerfallen«.

Diakoniepräsident Ulrich Lilie unterstrich, das Diakoniewerk stehe seit seinen Anfängen dafür, dass evangelischer Glaube ein menschenfreundliches Gesicht zeige. Dass Religion als menschenfreundlich wahrgenommen werde, sei in Zeiten von intolerantem Fundamentalismus und religiös motiviertem Terrorismus nicht selbstverständlich. In Bethel werde der »Traum vom selbstbestimmten und unabhängigen Leben in ganz reale und menschenfreundliche Wirklichkeit« verwandelt, sagte Lilie.

Kurschus erklärte in einem Grußwort, in Bethel werde das Leben besonders intensiv spürbar, gerade »weil hier Krankheit, Behinderung, Not und Tod nicht verschwiegen werden; gerade weil hier auch das Beschädigte und wenig Glanzvolle Ansehen findet, weil hier dem Bruchstückhaften ungebrochene Würde zukommt«. Sie begegne nirgendwo »so vielen fröhlichen, dem Leben zugewandten Menschen wie ausgerechnet in Bethel, wo so viel Elend sichtbar ist«, sagte die Präses.

In dem Gottesdienst unter dem Motto »Aufgetaucht« berichteten Menschen mit Behinderungen aus ihrem Alltag. Kinder der Förderschule Mamre-Patmos hatten Bilder zur biblischen Geschichte des Propheten Jona gemalt, die in der Kirche zu sehen waren. Die Liturgie gestaltete Bethel-Chef Ulrich Pohl. Der Berliner Liedermacher und Bethel-Botschafter Klaus Hoffmann hielt eine Lesung und sang.

Über Bethel

Im Jahr 1867 begann in Bielefeld die Arbeit mit der Fürsorge für epilepsiekranke Jugendliche. Maßgeblich geprägt wurde die Einrichtung von Friedrich von Bodelschwingh (1831-1910), der 1872 die Leitung übernahm. Bethel gilt heute mit rund 18.000 Mitarbeitern als eines der größten diakonischen Unternehmen Europas. Insgesamt werden jährlich rund 230.000 Menschen durch Bethel-Angebote behandelt, betreut, gefördert, ausgebildet oder beraten.

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