Drei Italiener festgenommen – Überfälle in Bielefeld und Gütersloh?
Nach Raub in Herford: Polizei prüft Verbindung zu weiteren Fällen

Herford (WB/pjs). Nach dem spektakulären Raubüberfall auf das Juweliergeschäft Krüger in am Donnerstagabend in Herford ist gegen alle drei Tatverdächtigen Haftbefehl erlassen worden. Sie könnten auch mit anderen Fällen in Bielefeld und Gütersloh in Verbindung stehen.

Freitag, 12.05.2017, 14:02 Uhr aktualisiert: 12.05.2017, 17:00 Uhr
Raubüberfall in Herford. Foto: Oliver Schwabe
Raubüberfall in Herford. Foto: Oliver Schwabe

Nach Angaben der Polizei handelt es sich um drei Italiener im Alter von 20, 22 und 34 Jahren. Die Polizei prüft derzeit, ob die Gefassten auch für weitere Taten in der Region verantwortlich sein könnten.

Raub auf Juwelier und Bank

Ende April hatten vier Männer einen Juwelier in Gütersloh überfallen und ausgeraubt. Die Männer sprachen während der Tat kaum miteinander.  Wortfetzen könnten aber in italienischer Sprache gewesen sein, hieß es damals in der Mitteilung der Polizei aus Gütersloh. Den Tätern gelang die Flucht.

Auch könnten die Männer in Verbindung mit dem  Raub auf die Postbank-Filiale am Mittwochmorgen in Bielefeld-Sieker stehen. Drei bewaffnete Männer waren in die Filiale eingedrungen. Sie sollen DHL-Westen getragen haben. Auch in diesem Fall flüchteten die Täter.

»Brutal vorgegangen«

Bei dem Großeinsatz der Polizei nach dem Überfall war die Berliner Straße im Bereich zwischen »Holland« und Lübberstraße komplett abgeriegelt worden. Zwei der Männer waren am Donnerstagabend gegen 18.25 Uhr – kurz vor Ladenschluss – maskiert in das alteingesessene Juweliergeschäft gekommen.

Dort bedrohten sie die Inhaberin und eine Mitarbeiterin mit vorgehaltener Schusswaffe und forderten die Herausgabe von Schmuck und Bargeld. »Die Täter sind dabei brutal vorgegangen«, berichtete Polizeisprecher Uwe Maser, ohne Details zu nennen.

Das Team im Juweliergeschäft habe sich in dieser Situation vollkommen richtigverhalten. Die Täter seien sehr planmäßig vorgegangen: »Das waren keine Amateure.« Zum Wert der Beute wollte die Polizei keine Auskunft geben.

Hotelzimmer gemietet

Nach dem Überfall flüchteten die Räuber mit ihrem Komplizen, der draußen Schmiere gestanden haben soll, in das nur 100 Meter entfernte Hotel »Münchner Hof« auf der gegenüberliegenden Seite der Berliner Straße. Dort hatten sich die Männer zuvor als Hotel-Gäste einquartiert.

Die Polizei war innerhalb kurzer Zeit vor Ort. Nach einem Zeugenhinweis umstellten die Einsatzkräfte zunächst das Hotel: Einer Hotelmitarbeiterin sollen die drei Männer durch ihr auffälliges Verhalten verdächtig vorgekommen sein.

Einsatz bis Mitternacht

Die Polizei wurde durch Kollegen aus den Nachbarkreisen verstärkt, zudem wurden Spezialeinsatzkräfte aus Münster und Bielefeld nach Herford beordert. Gegen 21.30 Uhr erfolgte der Zugriff des Spezialeinsatzkommandos: Dabei wurde zunächst einer der Tatverdächtigen beim Versuch festgenommen, das Hotel zu verlassen.

Wenig später klickten auch bei seinen beiden Komplizen die Handschellen. Die Täter leisteten keinen Widerstand. Gegen 22 Uhr war der SEK-Einsatz beendet

Beamte der Kriminalpolizei waren noch bis gegen Mitternacht am Tatort. Die Beute und eine Tatwaffe wurden sichergestellt.

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