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Sa., 24.06.2017

Bielefelder BLB-Niederlassung wird Verantwortung entzogen Uni Bielefeld: riesige Probleme bei Sanierung

Die Uni Bielefeld, ein riesiger Komplex.

Die Uni Bielefeld, ein riesiger Komplex. Foto: Thomas F. Starke

Von Andreas Schnadwinkel

Bielefeld (WB). Bei der Sanierung der Universität Bielefeld (25.000 Studenten, 2750 Mitarbeiter) kommt es zu Verzögerungen auf unabsehbare Zeit.

Das hat der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) am Freitag eingeräumt – er konnte kein angepeiltes Fertigstellungsdatum nennen. Geplant war ursprünglich, die Bauarbeiten, die etwa eine Milliarde Euro kosten sollen, bis 2026 zu beenden. Dieser Termin ist nicht mehr zu halten.

Als ein Grund wird genannt, dass einige Bauabschnitte so nah an Labors und Büros lägen, dass sie den Hochschulbetrieb störten. »Das konnten wir bei der Planung schlecht abschätzen«, sagte Reinhold Peter, stellvertretender Leiter der BLB-Niederlassung Bielefeld.

BLB-Niederlassung Bielefeld hat nicht mehr alleine die Leitung

Als weiteren Grund für Verzögerungen nannte BLB-Sprecher Carsten Pilz, dass es auf der größten Baustelle in Ostwestfalen-Lippe immer wieder »Überraschungen« gebe. »Die Uni wird seit 40 Jahren intensiv genutzt. Und nicht alles, was seitdem renoviert oder nachgerüstet wurde, findet sich in den Plänen«, sagte Pilz am Freitag. Das betreffe vor allem Versorgungsleitungen.

Erste Konsequenzen: Die BLB-Niederlassung Bielefeld hat nicht mehr alleine die Leitung der Sanierung. Es wird ein neues Team aus Mitarbeitern des BLB Bielefeld und des BLB Dortmund gebildet. Die Verantwortung trägt in Zukunft ein Projektleiter aus Dortmund, der bereits die Ruhr-Universität Bochum saniert hat. »Das bedeutet aber nicht, dass wir die Planung ganz abgeben«, erklärte Pilz.

Bielefelds Uni-Kanzler Dr. Stephan Becker sagte dem Deutschlandfunk, er sei »erleichtert über die neue Planung«. Becker: »Nach dem bisherigen Verlauf des Projekts hatten wir Störgefühle.« Ob die Uni 2030 oder 2035 saniert sein wird, dazu wollte BLB-Sprecher Pilz ebenso wenig etwas sagen wie zu den Kosten, die bislang auf etwa eine Milliarde Euro geschätzt werden. »Zeitangaben sind bei einem Projekt dieser Größe nicht belastbar.«

Verzögerungen bei Finanzamt Bielefeld und Kreispolizei Herford

Die BLB-Niederlassung Bielefeld stand bereits mehrfach in der Kritik. So kostete der Neubau der Fachhochschule Bielefeld 279 Millionen Euro statt 161 Millionen Euro. Probleme hat der BLB aktuell auch bei der Sanierung des Finanzamts Bielefeld und bei Umbauarbeiten der Kreispolizei Herford. Der Umbau des Polizeigebäudes soll statt der geplanten zwölf Monate nun zwei Jahre dauern.

Auch die Sanierung des Finanzamtes dauert erheblich länger als vorgesehen. Bereits vor sechs Jahren war das neunstöckige Hochhaus eingenetzt worden. 2012 sollte die marode Fassade inklusiv energiesparender Fenster erneuert sein. Doch die Sanierung wurde immer wieder verschoben, zuletzt wollte der BLB das Haus ohne neue Fenster sanieren. Dieser Plan wurde nach massiven Protesten aus der Finanzverwaltung aufgegeben. Finanzamt-Leiter Wolfgang Blome hatte dem BLB »defizitäre Leistungen« vorgeworfen.

Kommentare

Gebaut in 5 Jahren, Nutzung 40 Jahre. Sanierung 20 Jahre ....Wäre es da nicht besser, diesen ganzen Betonklotz abzureißen und eine neue Universität zu bauen? Bauzeit 5 Jahre - und alles komplett steht in 10 Jahren und wird vermutlich sogar billiger. Andernfalls hätte man diesen Betonklotz typischer Ingenierkunst der 1970er Jahre unter Denkmalschutz stellen sollen. Dann und nur dann wäre eine Sanierung angebracht. Aber der Erhalt bestehender Fassaden und der unveränderten Halle wäre vorgegeben. Am Ende käme das wohl ebenfalls billiger als die jetzt vorgesehene 20-jährige Komplettsanierung.

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