Circus Carl Busch schreibt offenen Brief an den OB – Stadt verweist auf Vertrag
Elefanten dürfen nicht auftreten

Bielefeld (WB/St). In einem offenen Brief wendet sich der Circus Carl Busch an Oberbürgermeister Pit Clausen mit der Bitte, sich dafür einzusetzen, dass der Zirkus die beiden Elefantendamen Carla und Maschibi mit nach Bielefeld bringen darf. Nach einem Ratsbeschluss vom November vergangenen Jahres dürfen Zirkusse in Bielefeld keine Wildtiere mehr zeigen oder mitführen. Die Stadt hat die Bitte zurückgewiesen.

Mittwoch, 26.07.2017, 17:12 Uhr aktualisiert: 26.07.2017, 18:55 Uhr
Circus Carl Busch darf seine Elefanten nicht in Bielefeld auftreten lassen. Foto: Circus Carl Busch
Circus Carl Busch darf seine Elefanten nicht in Bielefeld auftreten lassen. Foto: Circus Carl Busch

Wie berichtet kommt der Circus Carl Busch vom 15. bis zum 25. September zu einem Gastspiel an die Radrennbahn . Der endgültige Vertrag für dieses Gastspiel wurde im Februar diesen Jahres von beiden Seiten unterzeichnet und löste damit einen Vertragsentwurf aus dem Juni 2016 ab. Dieser neue Vertrag untersagt einen Auftritt von Wildtieren. »Davon, dass wir die Elefanten freiwillig zu Hause lassen, kann keine Rede sein,« heißt es in dem offenen Brief an den OB.

Der Zirkus führt in diesem Schriftstück auch an, dass nach einem Urteil des Oberverwaltungsberichts Lüneburg ein kommunales Wildtierverbot unzulässig sei. »Mit seinem Wildtierverbot begeht Bielefeld damit bewusst einen Rechtsbruch,« schreibt Pressesprecher Sven Rindfleisch im Namen des Circus Carl Busch. Außerdem, so der Zirkus, würden die beiden Elefanten, wenn sie nicht mit nach Bielefeld reisen dürfen, für zwei Wochen aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen.

In ihrer Funktion als Stellvertreterin von Oberbürgermeister Pit Clausen, der sich derzeit im Urlaub befindet, lehnt Dezernentin Anja Ritschel die Bitte des Zirkus ab. Sie verweist in ihrer Antwort an den Circus Carl Busch auf ein Telefonat der Stadt mit dem Zirkus vom Juni 2016, bei dem Übereinkunft erzielt wurde, dass Wildtiere nicht nach Bielefeld mitgebracht werden. Daraufhin wurde ein zweiter Vertrag aufgesetzt, ergänzt um diese Vereinbarung des Wildtierverzichts. Rechtsgültig, so Ritschel, sei nur dieser letzte, von beiden Seiten unterschriebene Vertrag. »Sie haben freiwillig einen Vertragsentwurf der Stadt Bielefeld unterzeichnet, in dem Sie sich verpflichten, keine Wildtiere, und damit auch keine Elefanten, auftreten zu lassen,« schreibt Ritschel dem Zirkus zurück.

Kommentare

Marko Sewert  schrieb: 30.07.2017 20:39
Selbstjustiz
Bielefeld macht eigene Gesetze, setzt sich hiermit über Gerichtsbeschlüsse. Mißachtung von Gesetzen ist strafbar, was auch hier verfolgt werden sollte.
Gabi Löber  schrieb: 27.07.2017 22:18
Tiere haben Rechte
Bielefeld entscheidet richtig! Wildtiere gehören in ihren natürlichen Lebensraum! Niemals in den Zirkus oder Zoo! Der Rechtsbruch befindet sich auf Seiten des Zirkus! Ich wünsche mir unbedingt, dass alle Städte dem Beispiel Bielefeld folgen. Die Tierquälerei muss aufhören und dürfte es im 21. Jahrhundert gar nicht mehr geben!
2 Kommentare
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