41-Jähriger hatte Richter angefahren
Unfallfahrer soll dauerhaft in Psychiatrie

Bielefeld (WB/hz). Er ist psychisch auffällig, sitzt bereits in der Fachklinik Lippstadt-Eickelborn und soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft dort bis auf Weiteres bleiben. Die Rede ist von dem Bielefelder Autofahrer (41), der Ende Februar beim Abbiegen vom Niederwall in die Rohrteichstraße eine Richterin und einen Richter des Landgerichtes umgefahren und schwer verletzt hatte.

Dienstag, 01.08.2017, 11:00 Uhr
In der Rohrteichstraße hat sich der Vorfall ereignet. Foto: Heinz Stelte (Archiv)
In der Rohrteichstraße hat sich der Vorfall ereignet. Foto: Heinz Stelte (Archiv)

Gegen den Mann soll im September ein sogenanntes Sicherungsverfahren zur zeitlich nicht begrenzten Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie durchgeführt werden. Die von Staatsanwalt Christoph Mackel verfasste Antragsschrift wird vor der 10. Großen Strafkammer verhandelt.

Der Fall hatte im Winter für großes Aufsehen gesorgt. Bei der Kripo wurde wegen des Verdachtes eines Racheaktes gegen die Unfallopfer anfangs sogar eine Mordkommission gegründet und kurzzeitig wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt. Grund waren Papiere des Betreuungsgerichtes, die Polizisten im Unfallauto des Bielefelders fanden. Der erste Verdacht bestätigte sich allerdings nicht.

»Mein Mandant kennt die beiden angefahrenen Richter nicht und hatte keine Berührungspunkte mit ihnen«, sagt Rechtsanwalt Sven Karsten. Der Bielefelder Jurist verteidigt den 41-Jährigen. Letztlich würden dem Autofahrer ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, fahrlässige Körperverletzung an den Richtern, Unfallflucht und Fahren ohne Fahrerlaubnis vorgeworfen, erklärt Verteidiger Karsten.

Kommentare

Walter Neuschitzer  schrieb: 02.08.2017 18:18
Seltsame Vorgehensweise
Fahrerflucht ist sicherlich strafbar. Aber Gefangenschaft in der Psychiatrie ohne zeitliche Beschränkung ist einerseits eine zu harte Strafe. Andererseits ist gar nicht sichtbar, warum der Delinquent überhaupt in die Psychiatrie soll. Es ist ein übler Brauch, der in den letzten Monaten überhandnimmt, den Strafvollzug in die Psychiatrie auszulagern. Das ist weder von den Kosten noch vom zum erwartenden Ergebnis her irgendwie vernünftig.
1 Kommentare
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5047647?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Arminia und der Karten-Ärger
Zu 20 Prozent darf die Schüco-Arena am Samstag ausgelastet werden. Die Registrierung für die etwa 5400 Karten sorgt für Probleme. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker