Modellprojekt am Bahnhof Südkreuz in Berlin
Digitalcourage kritisiert Projekt zur Videoüberwachung

Bielefeld/ Berlin (epd). Die Bielefelder Datenschutz- und Grundrechteorganisation Digitalcourage hat das Modellprojekt zur Videoüberwachung in Berlin scharf kritisiert.

Dienstag, 01.08.2017, 13:47 Uhr aktualisiert: 01.08.2017, 14:52 Uhr
Im Bahnhof Südkreuz in Berlin startet ein Modellprojekt zur Videoüberwachung. Foto: dpa
Im Bahnhof Südkreuz in Berlin startet ein Modellprojekt zur Videoüberwachung. Foto: dpa

Das sei ein weiterer Schritt in Richtung einer kompletten Beobachtung des öffentlichen Raums, erklärte Digitalcourage am Dienstag in Bielefeld. Den Bürgern blieben immer weniger öffentliche Räume, in denen sie sich unbeobachtet aufhalten und bewegen könnten.

Die Überwachung des Verhaltens einzelner Menschen sei ein »unglaublicher Eingriff in die Grundrechte«. Überwachung solle angeblich eine Gesellschaft sichermachen. Tatsächlich führe Überwachung nur zu überwachten Menschen.

Modellversuch am Bahnhof Südkreuz

Am Bahnhof Südkreuz in Berlin werden seit 1. August in einem umstrittenen Modellversuch Kameras getestet, die Gesichter in einer Menschenmasse erkennen sollen. Zuvor waren Gesichter von freiwillige Testpersonen gespeichert worden. Ziel sei es, Menschen auszumachen, von denen eine Gefahr ausgehen könnte.

Die Datenschutzorganisation rief zum Protest zum Einsatz von Kopfbedeckungen oder Schminke auf, damit Überwachungskameras das Gesicht nicht automatisch auswerten könnten. Unter den Einsendern von Fotos mit »Anti-Videoanalyse-Outfit« vor einem Bahnhof verlost Digitalcourage Gutscheine vom Digitalcourage Shop sowie T-Shirts mit dem Slogan »Keine Bilder«.

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