»Prügelaffäre« um Herforder Polizisten: Ohne Robe und Schöffen am Landgericht Bielefeld verhandelt
Nach irritierendem Richterauftritt: Gericht prüft Konsequenzen

Bielefeld/Herford (WB/ca). Das Landgericht Bielefeld prüft, ob und wie es auf die Verhandlungsführung eines Richters reagieren muss.

Dienstag, 19.09.2017, 15:47 Uhr aktualisiert: 19.09.2017, 15:52 Uhr
Das Landgericht in Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke
Das Landgericht in Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke

Der hatte zum Teil ohne Schöffen und ohne Robe verhandelt und gesagt, er habe sich vor dem Prozess gefragt: »Was kann ich dem Mann Gutes tun?« Dabei ging es um die sogenannte » Prügelaffäre« eines Herforder Polizisten , der nach einer aus dem Ruder gelaufenen Verkehrskontrolle zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt wurde. Im Kampf um seinen Job ging der Polizist, der sich als unschuldig bezeichnet, in Berufung zum Landgericht Bielefeld.

Die Staatsanwaltschaft Bochum, die in dem Fall die Anklage vertritt, äußerte sich nicht zu der Frage, ob sie wegen der Aussage des Richters seine Befangenheit befürchtet.

Der Richter war im Februar von einem verwirrten Mann angefahren worden und hatte nach eigenen Angaben sechs Monaten im Krankenhaus und in der Reha verbracht. Gerichtssprecher Guiskard Eisenberg sagte, man prüfe, ob sich das Präsidium einschalten und der Geschäftsverteilungsplan geändert werden müsse.

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