CDU scheitert mit Antrag zu Messverfahren – Gutachten zu Verkehrsfluss
Weniger Fahrspuren auf dem Jahnplatz frühestens zu Ostern

Bielefeld (WB). Frühestens Ostern oder auch erst im Sommer 2018 könnte es zu einer Reduzierung der Fahrspuren auf dem Jahnplatz kommen. An der Mess-Technik zur Ermittlung der Stickoxid-Werte dort soll sich nichts ändern.

Mittwoch, 20.09.2017, 07:00 Uhr aktualisiert: 20.09.2017, 10:06 Uhr
Blick auf den Jahnplatz: Der Niederwall (links) könnte bald abgebunden, die Fahrspuren reduziert werden. Foto: Thomas F. Starke
Blick auf den Jahnplatz: Der Niederwall (links) könnte bald abgebunden, die Fahrspuren reduziert werden. Foto: Thomas F. Starke

Am Dienstag im Stadtentwicklungsausschuss des Rates prallten erneut die ganz unterschiedlichen Ansichten über die Verkehrsführung auf Bielefelds wichtigstem Platz aufeinander. Während Holger Nolte (CDU) den Stau für programmiert hält, komme es zu einer Reduzierung von zwei auf eine Richtungsfahrspur, gibt es für Jens Julkowski-Keppler (Grüne) keine Alternative zu einer Verringerung des Individualverkehrs in diesem Bereich.

Zwei Varianten stellte das Amt gestern im Ausschuss vor. Variante eins ist eine eigene Umwelt- und Busspur, die sich Linienbusse und Fahrradfahrer teilen würden. Darüber hinaus gäbe es eine zusätzliche Fahrspur. Bei Variante 2 würde ein Fahrstreifen zum Radweg, der Busverkehr würde im Normalverkehr »mitfließen«.

Keine Umstellung vor Loom-Eröffnung

Nach den Vorstellungen des Amtes für Verkehr soll die neue Verkehrsführung mindestens ein Jahr lang getestet werden. Ein guter Zeitpunkt für den Start seien die verkehrsarmen Osterferien 2018, es könnte aber auch bis zu den Sommerfreien dauern, so Planungsdezernent Gregor Moss. Die Eröffnung des Einkaufszentrums Loom Ende Oktober und das verkehrsträchtige Weihnachtsgeschäft in der City sollten nicht mit der Umstellung belastet werden.

Bevor der Versuch gestartet werden könne, müssten in jedem Fall die Auswirkungen auf den Verkehrsfluss in der Innenstadt untersucht werden. Damit soll ein Gutachter beauftragt werden. Berücksichtigt werden müsse dabei, dass es in naher Zukunft im Innenstadtbereich zu zahlreichen Baumaßnahmen kommen werde, die auch Auswirkungen auf den Jahnplatz haben würden.

Moss nannte die Sanierung von drei Eisenbahnbrücken oder den Umbau der Jöllenbecker Straße, der nötig sei, um die Stadtbahnlinie 3 tauglich für die Vamos-Stadtbahnwagen zu machen. »Die Gutachter-Ergebnisse müssen auch mit der Öffentlichkeit diskutieret werden«, sagte Moss. Dies solle vor einer abschließenden Entscheidung der Politiker geschehen.

Bewusst falsche Werte?

Der Stadtentwicklungsausschuss hatte im Mai mit Blick auf die Stickstoffoxidbelastung von 49 Mikrogramm je Kubikmeter Luft – und damit neun Mikrogramm über dem geltenden Grenzwert – die Umgestaltung des Jahnplatzes beschlossen. So soll auch möglichen Fahrverboten vorgebeugt werden. Zum Konzept gehört die Abbindung des Niederwalls ab der Einmündung Körnerstraße.

Die CDU hatte am Dienstag beantragt, den Passivsammler, mit dessen Messdaten die Umgestaltung des Platzes begründet wird , an einen Laternenpfosten oder an ein Verkehrsschild zu montieren. »Jetzt ist er unter einem Baum befestigt, das erzeugt bewusst falsche Werte«, sagte Holger Nolte und verwies auch auf die Betriebsanleitung des Herstellers. Die Union forderte außerdem, die Werte der drei vom Handelsverband am Jahnplatz montierten Passivsammler mit auszuwerten. Die zusätzlichen Probenergebnisse sollten als Grundlage zur Ermittlung eines wissenschaftlichen Mittelwerts für den gesamten Platzbereich genutzt werden. Darüber hinaus sprach sich die CDU für einen festen Messcontainer aus, »um valide und spezifische Messwerte für den Jahnplatz zu ermitteln und daraus Maßnahmen abzuleiten.«

Der Antrag wurde mit den Stimmen des Paprika-Bündnisses aus SPD, Grünen und Piraten/Bürgernähe abgelehnt. »Die Messmethoden des Landesumweltamtes sind zulässig und korrekt«, sagte Hans-Jürgen Franz (SPD). »Sie verrennen sich in einer Sackgasse«, kritisierte Julkowski-Keppler den Vorstoß der Union.

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