Claas und Citec stellen neu entwickeltes System zur Umfeld-Erkennung vor
Sichere Ernte dank Sensoren

Bielefeld/Harsewinkel (WB). Ein Rehkitz im Getreide, ein Wildschwein im Mais oder gar eine unvermittelte Bodenabsenkung: Ein neues Sensorsystem für Mähdrescher und Traktoren spürt alles auf. Und nicht nur das: Die Erntemaschine reagiert darauf. Entwickelt wurde die neue Technologie gemeinsam von Claas in Harsewinkel, Hersteller von Agrartechnik, und dem Exzellenzcluster Citec zur Mensch-Maschine-Kommunikation der Universität.

Mittwoch, 25.10.2017, 12:50 Uhr aktualisiert: 27.10.2017, 13:00 Uhr
Präsentieren ihre Forschungsergebnisse (von links): Dr. Thorsten Junge­blut, Dr. Boris Kettelhoit, Prof. Dr. Ulrich Rückert, Leiter der Citec-Forschungsgruppe zu Kognitronik und Sensorik, sowie Timo Korthals und Thilo Krause von Claas. Foto: Hans-Werner Büscher
Präsentieren ihre Forschungsergebnisse (von links): Dr. Thorsten Junge­blut, Dr. Boris Kettelhoit, Prof. Dr. Ulrich Rückert, Leiter der Citec-Forschungsgruppe zu Kognitronik und Sensorik, sowie Timo Korthals und Thilo Krause von Claas. Foto: Hans-Werner Büscher

Von Juli 2014 bis Ende Oktober dieses Jahres hat eine gemeinsame Forschungsgruppe im Rahmen des Spitzenclusters »It’s OWL« intelligente Sensorik für Landmaschinen entwickelt. Gestern fand die Abschlusspräsentation statt, und Claas war mit knallgrünem Mähdrescher und einem Traktor-Überlade-Gespann – das quasi als Shuttle zwischen Erntemaschine und Lkw am Feldrand dient – zum Citec gekommen.

Kameras und Laser liefern nötige Informationen an den Landwirt

»Für uns ist es wichtig, dass unsere Erntemaschinen ihre Umwelt und ihr Umfeld erkennen, dass sie registrieren, wenn das Getreide platt liegt – und die Haspel dann automatisch absenken, um es aufnehmen zu können – oder dass zum Beispiel ein Stamm oder Wild im Getreide verborgen sind«, erklärt Dr. Boris Kettelhoit von Claas. Denn der Fahrer der schweren Geräte sitzt zwar erhöht, hat aber wegen der Maschine selbst und der Pflanzen nur eine eingeschränkte Sicht. Nun liefern ihm Kameras und Laser die nötigen Informationen auf zwei Bildschirme.

Erntemaschinen passen sich eigenständig Bedingungen auf dem Feld an

Aber nicht nur das: »Dank der Sensordaten können die Erntemaschinen ihren Betrieb eigenständig an die Bedingungen auf dem Feld anpassen«, sagt Dr. Thorsten Junge­blut vom Citec. Die gewonnenen Daten überspielt die Maschine außerdem zum Beispiel auf den »Überladewagen«, der während der Fahrt über den Acker das Erntegut aufnimmt. Auch er kann dann auf Hindernisse reagieren. »In der Landwirtschaft sind zunehmend mehrere Maschinen an einem Prozess beteiligt und müssen reibungslos miteinander kooperieren«, sagt Kettelhoit.

Was im Rahmen des gemeinsamen Forschungsprojektes von Unternehmen und Hochschule entwickelt wurde, ist »High End«. Für den Alltag soll es »abgespeckte« (und damit preiswertere) Varianten geben. Dennoch, sagt Thilo Krause, Projektleiter bei Claas, sei die teure Top-Version äußerst wichtig. »So etwas gibt es auf dem Markt noch nicht. Das ist ein weiterer Schritt zur Steigerung der Prozess-Effizienz.« Lohnend, schätzt er, seien diese Top-Maschinen für Flächen ab 50 Hektar.

Fruchtbare Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft

Kettelhoit und Jungeblut betonen die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft: »Die Kompetenz liegt vor unserer Haustür«, sagt Kettelhoit, dessen Unternehmen sich gestern zugleich FH- und Uni-Studenten und -Absolventen als Arbeitgeber präsentierte. Der Transfer von Know How funktionierte aber nicht nur Richtung Wirtschaft: »Im Rahmen des Projektes sind mehrere Abschlussarbeiten entstanden. Die Studenten haben konkrete Aufgabenstellungen aus der Industrie kennengelernt – und einen potenziellen Arbeitgeber«, ergänzt Jungeblut.

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