>

Fr., 27.10.2017

9,4 Millionen Euro für Bielefelder Mathematikern, Wirtschaftswissenschaftlern, Physikern und Informatiker Neuer Sonderforschungsbereich an der Universität

Die führenden Köpfe des neuen Sonderforschungsbereichs (von links): Prof. Dr. Frank Riedel, Prof. Dr. Sebastian Herr und Prof. Dr. Michael Röckner.

Die führenden Köpfe des neuen Sonderforschungsbereichs (von links): Prof. Dr. Frank Riedel, Prof. Dr. Sebastian Herr und Prof. Dr. Michael Röckner. Foto: Schulze

Bielefeld (WB/sas). »Mit dem neuen Sonderforschungsbereich spielen wir in der Champions League«, sagt Prof. Dr. Michael Röckner. »Unsicherheiten zähmen, vom Zufall profitieren« lautet das Thema, mit dem sich Mathematiker, Wirtschaftswissenschaftler, Physiker und Informatiker der Universität Bielefeld in den kommenden zumindest vier Jahren befassen werden.

Im Mai wurde der »SFB 1283« von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligt, jetzt hat er den Auftakt mit internationalen Gästen gefeiert. Den dreiköpfigen Vorstand bilden der Mathematiker Röckner, Prof. Dr. Frank Riedel, Institut für Mathematische Wirtschaftsforschung der Uni, und der Mathematiker Prof. Dr. Sebastian Herr. 9,4 Millionen Euro stehen ihnen in den kommenden vier Jahren zur Verfügung, im Idealfall wird der SFB zweimal verlängert. Er umfasst 17 fächerübergreifende Projekte, von denen einige von drei chinesischen Gastwissenschaftlern geleitet werden. Die zwölf Doktoranden und 13 Postdocs kommen aus Deutschland, China, Italien, Kroatien, Madagaskar, Neuseeland und von den Philippinen.

Wirtschaftliche Unsicherheiten aus dem Weg räumen

So geordnet, organisiert und systematisch, wie man vermuten könnte, ist auch die moderne Welt nicht. »Das haben wir bei den letzten Wahlen gemerkt«, kommentiert Röckner. Und auch in der Euro- und Finanzmarktkrise wurde deutlich, dass es Unsicherheiten gibt. Ziel des Sonderforschungsbereiches ist es, Konzepte und Methoden zu entwickeln, um gewisse Vorhersagen treffen zu können. »Wenn man Strukturen verstanden hat, kann man vielleicht Krisen verhindern«, sagt Riedel.

Krisen frühzeitig erkennen

Zwar arbeiten Wissenschaftler auch mit Unschärfen und Unsicherheiten, wie aber der Zufall zu verstehen und einzuplanen ist, damit (bessere) Vorhersagen möglich sind, wie Wahrscheinlichkeitsaussagen zu treffen sind, wollen die Wissenschaftler ergründen. Anknüpfungspunkte, erläutert Röckner, sind dabei auch Fragestellungen etwa aus der Biologie – etwa wenn es um die Berechnung von Populationsentwicklungen geht – oder der Physik, die sich zum Beispiel mit »fluiden Dynamiken«, also Strömungsverläufen, oder der Berechnung von Turbulenzen in der Luft und um ein Flugzeug herum befasst.

Mathematik als Verständnishelfer am Finanzmarkt

Aber, betont Herr, es geht auch um rein mathematische Fragen, um Grundlagenforschung in der Analysis wie etwa Wellenausbreitungsphänomene. »Aber diese hochkomplexen mathematischen Methoden helfen zum Beispiel, die Komplexität des Finanzmarktes zu verstehen und das System robuster zu machen«, sagt Riedel.

Mit dem neuen SFB sei Bielefeld erneut »on the map«, auf der Landkarte der Zunft verankert, zitierte Prorektor Prof. Dr. Martin Egelhaaf einen Kollegen von der Pariser Sorbonne. Der SFB hat Strahlkraft und muss international keinen Vergleich scheuen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5250257?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198387%2F2513179%2F